Dolma La – der Pass

6 Uhr morgens und es ist noch dunkel. Wir starten mit Stirnlampen zum Passaufstieg. Oben am Pass soll viel Schnee liegen und je später man hochkommt, desto matschiger und schwieriger wird die Passüberquerung.

Langsam kommt die Sonne durch und bringt den Kailash zum Leuchten.

Erleuchtung

Es ist extrem kalt, so dass Finger und Füße eisig sind. Ich versuche möglichst zügig aufzusteigen, dass mir warm wird, aber in dieser Höhe geht alles etwas langsamer, also schwitzen ist erst mal nicht. Zumindest fühle ich mich heute gut und komme deutlicher schneller voran als am Vortag.

Der erste markante Punkt des Aufstiegs ist der Sterbeplatz. Hier sollte man seinen Ahnen danken, der zu früh verstorbenen gedenken und auch von sich etwas zurück lassen, so dass man in die danach kommende Zwischenwelt, also zwischen Tod und Neuanfang, eintreten kann.

Hier war mir so kalt, dass ich nachdem ich ein Fähnchen aufgehängt und versucht hatte eine Kerze anzuzünden, ganz schnell weiter bin.

Der nächste Streckenabschnitt nennt sich Bardo und ist das steilste Stück. Dieser sollte mit Gleichmut durchschritten werden. Hier kam gegen Ende die Sonne über den Berg und hat die letzten Höhenmeter deutlich erleichtert.

Aufstieg im Schnee

Oben am Pass angekommen geht es an den „Neuanfang“. Mit dem Aufhängen einer Gebetsfahne wünscht man allen Menschen in seinem Leben das Beste und natürlich zum Schluss auch allen Lebewesen dieser Erde. Mögen alle glücklich sein.

Fahnenmeers ist mit Schnee bedeckt

Ich habe mich ziemlich schnell an den Abstieg gemacht, da meine Füße nicht warm werden wollten. Die Ostseite war dann auch deutlich wärmer und so konnte ich bald eine Frühstückspause einlegen.

Der weitere Abstieg war relativ entspannt. An einem Teahouse gab’s noch was zu trinken. Danach zog sich der Weg zwar bis zur Zutrul Phug Gompa, aber es war entspanntes Wandern durchs Tal.

Bergab in Richtung Kloster
Vielen Dank Carolina

Im Kloster angekommen gab es nach viel Instantsuppen an den Vortagen richtiges Essen, Reis mit gebratenem Gemüse und davon eine doppelte Portion.

Zutrul Phug Gompa