11.09.2022
Ich bin wieder zu Hause und habe meinen Rücksack vorerst an den Nagel gehängt. Bis zur nächsten Reise gibt’s keine Geschichten mehr.
Danke an alle, die mich begleitet haben. Deutscher Alltag ich komme.

11.09.2022
Ich bin wieder zu Hause und habe meinen Rücksack vorerst an den Nagel gehängt. Bis zur nächsten Reise gibt’s keine Geschichten mehr.
Danke an alle, die mich begleitet haben. Deutscher Alltag ich komme.

10.08.2022
Es gibt mehrmals am Tag eine Messe in der Kathedrale. 07:30 Uhr findet die erste statt und da ich meistens eh früh wach bin, habe ich mich für diese Messe entschieden.
Es waren kaum Leute da, ich hab ein Kerzchen angezündet und noch das Grab von Jakob besucht. Doch das große Weihrauchfass wurde leider nicht geschwenkt.


Danach ging’s nochmal zur Pilgerinfo, um meine Compostela abzuholen.



Es gibt hier unzählige Andenken zu kaufen. Aufnäher, Schmuck, T-Shirts oder Socken. Alles natürlich auf den jeweiligen Camino individualisiert. Dieser Pilger hat seine Souvenirs bei den letzten Caminos offensichtlich im Tatoostudio geholt.

Danach habe ich mir bei einem winzigen Bäcker im Hinterhof zwei kleine Kuchen geholt und im Café, ein Stück weiter, einen Kaffee zum Mitnehmen. Irgendwie sind es mir zu viele Menschen und so habe ich im Park mit Blick auf die Kathedrale gefrühstückt.


Um 12 Uhr habe ich einen zweiten Versuch gestartet. Dieses Mal war die Kirche überfüllt, dafür hat der Bischof die Messe gehalten und er hat die Pilger in fünf Sprachen begrüßt. Zum Abschluss kam auch das Weihrauchfass zum Einsatz.
Nach einem letztes Mittagsmenü ging’s mit dem Bus zum Flughafen. Die Strecke scheint die Einflugschneise für den Camino Francés zu sein, denn uns kamen Massen an Pilgern entgegen.

Bilder des Tages sind meine Stempelsammlungen aus meinen Pilgerausweisen, dem Credencial. Ich hatte zwei, einen für den Camino Levante, der wohl nicht als offizieller Jakobsweg in Santiago zählt und dann einen, auf Basis dessen ich dann auch meine Compostela erhalten habe.


09.09.2022
Bilder des Tages:




08.09.2022
Gestern Abend war noch einiges los in der Herberge. Ein durchgeknallter Radpilger, hat zuerst die Polizei gerufen, die den Krankenwagen rief und irgendwann war er dann weg. Er fuhr wohl mit dem Taxi ins Krankenhaus und hat ein mentales Problem. Danach haben wir, 10 weitere Pilger und ich, unsere Brotzeit gegessen und einer hatte eine Flasche Kräuterlikör gekauft und eine oder zwei oder doch drei Runden ausgegeben.
Nachts waren dann die Mücken aktiv und somit bin ich mit wenig Schlaf in meine vorletzte Etappe gestartet.
Doch bei kühlen Temperaturen und unerwartet gutem Wetter ging’s los.


Der Weg ging zwar wieder parallel zur Autobahn und zur Bahnlinie, doch verlief er meistens im Wald. Wenn ich den Verkehr nicht gehört hätte, hätte man glauben können ich sei an einem abgeschieden Ort.


Die alten Verbindungswege sind meistens mit riesigen Eichen gesäumt. Im Vergleich zur La Mancha ist man hier selbst bei 40 Grad kühl im Schatten unterwegs.


Kurz vor Ponte Ulla, und somit auch kurz vor Ouseiro, traf ich mal wieder auf eine Fiesta. Eine Madonnenstatue wurde um die Kirche getragen, eine traditionelle Kapelle spielte und es gab viel zu essen. Der Pulpo wurde frisch dort gekocht und angemacht. Extrem lecker.


Auf der Fiesta waren dann auch ein paar Pilger, die ich an den Tagen zuvor schon mal getroffen hatte. So bin ich die letzten Kilometer mit Monica und Duart gelaufen. Der Portugiese lief sogar noch die letzten 17 Kilometer bis nach Santiago, doch er war heute auch 10 weniger gelaufen als ich.
In Outeira selbst gibt es außer der Albergue, einer Kirche und einer tollen Aussicht ins Tal nichts.


Bild des Tages:

07.09.2022
Heute bin ich kurz vor Sonnenaufgang losgelaufen, da ich noch einen letzten Blick auf das Kloster werfen wollte. Also starte ich heute mehr oder weniger mit demselben Blick vom Aussichtspunkt, wie ich gestern aufgehört habe.

Danach ging’s direkt in die Vollen. Steil und steinig bergauf.


Das Wetter hätte einem Tag im April alle Ehre gemacht. Nebel, Sonne, Regen, Wind im Wechsel oder alles zusammen.



Hier hat es so geschüttet, dass ich sogar meine Regenjacke angezogen habe. Gut so, denn die Jacke trage ich seit Valencia mit mir mit und so kam sie doch noch zum Einsatz.

Kurz darauf habe ich vom Stirnband bis zur Regenjacke meine „warmen“ Kleidungsstücke wieder abgelegt, da die Sonne all ihre Energie ausgepackt hat.

Die nächsten Eindrücke fand ich etwas gruselig. Beim Blick durch das Fenster des verlassenen Hauses habe ich entdeckt, dass noch ungeöffnete Post auf dem Esszimmertisch liegt. Fast wie in einem Horrorfilm.


Von Monica meiner Mitpilgerin von gestern, sowie heute teilweise, habe ich gelernt dass es nicht nur Peregrinos gibt. Auf den letzten 100 km trifft man auch Taxirinos und Turitrinos. Der Taxirino gibt vor zu laufen, jedoch bewegt er, oder sie natürlich, sich vorzügsweise mit dem Taxi fort. Der Turistrino versucht von den günstigsten Herbergen zu profitieren und einen kostengünstigen Urlaub zu machen. Er läuft wohl mehr als der Taxirino, doch auch er/sie nutzt gerne Bus und Bahn für längere Wegstrecken. Die Taxiunternehmen betreiben daher zielgruppengerechte Werbung und platzieren ihre Telefonnummern direkt neben den Wegweisern für den Camino.

Bild des Tages ist heute ein Pilgerbrunnen. Da ich anfangs teilweise mit vier Litern Wasser unterwegs war, da es auf der gesamten Etappe weder Bar, Geschäft noch Brunnen gab, d.h. ich hatte auch vier Kilogramm mehr Gepäck dabei. Daher hat mir dieser Brunnen heute viel Gepäck erspart. Die niedrigen Temperaturen natürlich auch.

06.09.2022
Heute habe ich die kürzeste Etappe meines Caminos gemacht, somit auch der kürzeste Blog.
In Oseira ist ein Kloster, das ich besichtigen wollte, doch der Ort in dem ich eigentlich bleiben wollte hat aktuell keine Übernachtungsmöglichkeit. Also verbringe ich eine Nacht in der Herberge des Klosters, die ganz neu ist. Dafür werde ich die nächsten Tage jeweils ein paar Kilometer wieder reinlaufen müssen.
Da die Strecke gar so kurz war gab’s erst mal ein Frühstück, um gemütlich in den Tag zu starten.

Eine spanische Pilgerin hatte sich auch für diese kurze Variante entschieden und so bin ich das erste Mal mit jemandem gelaufen.


Als wir am Kloster ankamen war die Herberge noch geschlossen. Daher haben wir direkt eine Klosterführung gemacht. Tourguide war ein Mönch.



Danach Essen, Siesta, kleiner Spaziergang durch den Ort und dann noch eine Messe, bei der die neun Mönche, die es hier noch gibt, im gregorianischen Chor spanisch singen.
Bild des Tages:

05.09.2022
Der Wetterbericht hatte für heute Regen angesagt, der auch kam. Es waren jedoch nur ein paar leichte Schauer und Dank meines Regenschirms (Danke Heike) bin ich trocken am Ziel angekommen. Sieht man vom verschwitzten Hemd ab, denn es ging direkt steil den Berg hoch. Daher erst mal ein Blick von oben auf Ourense und dann noch ein paar Eindrücke der Stadt. Heute nur aus der schönen Altstadt.








Eine moderne Brücke, die das Bild Ourenses prägt will ich Euch jedoch nicht vorenthalten.

Der Weg aus der Stadt raus war tipptopp beschildert.


Schaut Euch das Bild genau an. Meine Restkilometer sind inzwischen zweistellig.

Heute war ich auf alten Verbindungswegen oder -straßen unterwegs. Durchwegs malerisch.





Bei diesem Schrein hat der Besitzer alles aufgefahren was man in einem Dekogeschäft so finden kann.

Danach ging’s idyllisch weiter bis nach Cea.


Die Herberge ist bestens beschildert und heute sind etwa 15 Leute hier, die ich noch nie gesehen habe. Keine Ahnung wo die auf einmal herkommen. Vielleicht die Schar derer, die 100 km machen, denn das ist das Minimum, das man benötigt, um sein Pilgerzertifikat zu erhalten. Mit dem Rad sind es 200 km.

Blick von der Terrasse.

Im Ort stand heute ein mobiles Ärztehaus, für diejenigen, die nicht zum Arzt in die Stadt fahren können.

Bild des Tages:

04.09.2022
Ich habe versucht auszuschlafen, aber trotz kurzer Etappe sind die Ersten bereits um fünf Uhr aufgestanden. Bin trotzdem noch bis sieben liegen geblieben. Daher gibt’s heute keine Bilder im Dunkeln.


Die Etappe hat sehr vielversprechend begonnen, mit schönen Wegen und Ausblicken.



Doch bald ging es auf der Straße weiter und dies blieb so bis Ourense.





Es war definitiv die mit Abstand unspannendste Etappe des ganzen Caminos. Aber auch das gehört wohl dazu.
Ourense ist für seine heißen Quellen bekannt und so war ich zur Belohnung in der Therme. Ganz toll und tat meinen Beinen, Füßen und meinem Rücken sehr gut. Man durfte dort nicht fotografieren, daher ein Bild vom Fluß, wo die Therma war.

Bild des Tages:

03.09.2022
Heute war die letzte lange Etappe, daher ging’s nochmal im Dunkeln los. Da es in jedem Ort, mag er noch so klein sein, einen Spielplatz gibt, heute einer bei Nacht. Der Sternenhimmel war wieder umwerfend.


Danach ging es relativ schnell relativ weit hoch. Da kam mein Körper direkt in Wallung und ich habe meinen Pulli direkt in den Rucksack gepackt.




Oben hat mich dann in dem sehr kleinen Ort Alberguería eine tolle Bar erwartet. Speziell für Pilger und wer sonst noch kommen will. Überall hingen Jakobsmuscheln, ich habe auch eine beschriftet und es gab ein erstes Frühstück.




Im Ort selber wohnen wohl nur noch 15 Personen.




Als es auf der anderen Seite wieder runter ging, bin ich nochmal in den Nebel gelaufen.


Auch die Straßenschilder sind in galicisch beschriftet.

Diese Häuschen habe ich heute ganz viele gesehen. Sie wurden früher zum trocknen von Mais genutzt.

Damit ich die Geraden nicht ganz verlerne.

Auch politische Statements findet man auf dem Jakobsweg …

… und schattige Wege mit guten Wünschen und einen alten Baum zum Umarmen.


Auf der letzten Anhöhe nochmal einen schönen Ausblick und der Endspurt zur Herberge.




Der Ort selber ist wieder mal hübsch und verschlafen. Zum Mittagessen war ich zu spät, gab nur noch ein Bocadillo. Hatte heute unterwegs zu viele Pausen, weil sich ganz viele Leute mit mir unterhalten haben. War sehr schön. Das Menü hab ich dann abends nachgeholt.

Bild des Tages. Ich wollte schon mit einem Eding ein zweites „L“ draufschreiben. Ist wohl ein sehr geläufiger Familienname in Galicien.

02.09.2022
Eigentlich wollte ich heute gar nicht ganz so früh starten, doch Mitpilger sind um fünf Uhr aufgestanden, da war ich auch wach und hab mich fertig gemacht.
A Gudiña ist eine Weggabelung, drei oder fünf Etappen, bis die Wege sich wieder kreuzen. Ich habe den rechten Weg, drei Etappen eingeschlagen.
Heute ist der Tag des Nebels, der Wolken und der Aussichten. Deshalb auch ein Bild ins Dunkle fotografiert, den Nebel sieht man leider nicht.


Es fiel mir sehr schwer eine Auswahl zu treffen, daher sind es glaube ich mehr Bilder als sonst.




Anfänglich sahen die kleinen Ortschaften zwar schon trist aus, jedoch noch hübsch gemacht. Später war es nur noch deprimierend.

Mehr Aussicht mit halbleerem Stausee und Nebel und Wolken und tollem Licht …





Der Weg war heute zwar von der Aussicht toll, doch entweder geteert, oder wie hier eine Brandschneise. Ich hatte mir Wege wie gestern erwartet, denn es hieß heute wäre nur „naturaleza”. Das stimmte auch, nur der Weg war es nicht.



Campobecerros ist der einzig nennenswerte Ort auf der heutigen Strecke. Auch hier fährt der Hochgeschwindigkeitszug vorbei, hält aber nicht.
In der Bar gab‘s einen Kaffee und ein süßes Teilchen. Die Bardame hatte ein tolles Tshirt an, Camino und Bier vereint. „Wünschst Du Dir die Weisheit des Jakobswegs zu entdecken?“ als Werbung einer Biermarke.




Die nächsten Ortschaften waren zum größten Teil zerfallen. Die Verkehrsberuhigung mit Kinderspielzeug fand ich pfiffig.



An diesem Kreuz hatte ich fast die letzte Steigung geschafft, danach ging es nur noch bergab, aber sehr lange.


Eine Verpflegungsstation kam noch. Ein Sofa und ein paar Stühle standen zum Verweilen bereit. Essen und Getränke gab’s auch, die man für eine Spende konsumieren konnte. Da hab ich eine Birne auf dem Sofa zu mir genommen.

So sah der Weg nach unten aus. Bis auf den letzten Kilometer, da entsprach der Camino meiner eigentlichen Vorstellung.


Kurz vor Laza kam ein riesiger Holztransporter.

Laza selbst verschlafen und ganz hübsch, aber es gibt kleine Läden, Bars, Restaurants und eine tolle Herberge. In der haben wir heute zu dritt gekocht und gehen früh ins Bett, denn morgen steht die letzte lange Etappe an.


Bild des Tages ohne Kommentar:

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