26.07.2022
Die heutige Etappe war deutlich kurzer als die Tage zuvor und das war auch gut so. Meine Füße danken es mir, auch wenn ich nun doch noch Blasen bekommen habe.

Trotz entspannter Etappelänge bin ich früh los. Man soll ja mit guten Gewohnheiten bekanntlich nicht aufhören. Damit bleib ich auch im Rhythmus und die Morgenstunden gefallen mir sehr gut. Da es nach Moixent direkt durch den Wald ging, war es mir im Dunkeln schon etwas mulmig. Doch es roch ganz hervorragend nach Nadelbäumen und der steile Anstieg hat mich schnell abgelenkt.

Heute war der Tag der Ausblicke, das habe ich die ersten Tage etwas vermisst. Ich befinde mich inzwischen auf gut 550 m und es wird immer hügeliger.

Es sah heute sogar kurz nach Regen aus. Und laut des Polizisten, der mir den Schlüssel für meine Unterkunft gab, hatte es gestern hier einen warmen Sommerschauer gegeben.


Je höher ich kam, desto mehr Olivenbäume und Weinreben waren zu sehen. Es wird wohl auch einiges an Getreide und Sonnenblumen angebaut.




Meinen Zielort sah ich schon sehr früh. Er liegt sehr malerisch am Hang.

Der Ort ist der Hammer. 2.100 Einwohner und es gibt irgendwie alles. Kirche und Marktplatz, klar, aber außerdem gibt’s ein Theater, viele Bars und Restaurants, Innenausstatter, Restaurateur für Antiquitäten, Sporthalle, Tennis-, Fußball- und Basketballplatz, Freibad und im Minisupermarkt eine Fischtheke. Ich fand das echt beeindruckend.



Jetzt aber erst mal zu meiner Unterkunft. Heute habe ich ein Haus, mit Küche, Bad und Terrasse.
Ist immer noch sehr einfach, aber ich empfinde es trotzdem voll als den Luxus, dass die Stadt für die „Peregrinos del Camino“ ein Haus gebaut haben.



Direkt nebenan ist ein Waschhaus aus dem 18. Jahrhundert, das immer noch aktiv genutzt wird. Als ich ankam, hat eine Frau gerade ihre Wäsche gewaschen. Ich später auch.
Zum Mittagessen war ich mit den Senioren in einer Bar, allerdings verstanden hab ich nix. Sprechen alle Valenciano, lesen geht, aber gesprochen verstehe ich nur Bruchstücke.

Also neben Mittagessen, Wäsche waschen, Einkaufen für die morgige Etappe (keine Einkehrmöglichkeit auf der kompletten Strecke) und Nickerchen, habe ich mir abends noch einen Freibadbesuch gegönnt.

Zum Erfrischen bin ich 150 m geschwommen. Wäre gern noch weitergeschwommen, aber ohne Schwimmbrille sehen meine Augen ganz schnell aus wie die eines Zwerghasen und brennen.
Inzwischen ist es hier bedeckt, ein kühles Lüftchen weht, sogar ein paar Regentopfen fallen und ich schaue dem Treiben der Kinder im Pool zu.
Gleich gibt’s noch Abendessen in der Bar des Freibads und ein Bierchen mit Chips auf meiner Terrasse in meinem Haus. Vielleicht sollte ich hier bleiben und die Pilgerherberge verwalten. Wobei, dann hat der Dorfpolizist nix mehr zu tun.
Bild des Tages:

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