Minaya – San Clemente

04.08.2022

Heute bin ich wieder vor Sonnenaufgang los. Das ist so toll. Ich genieße es total in den beginnenden Tag zu laufen. Hier war morgens schon einiges los und ich hätte tatsächlich schon einen Café bekommen.

Die Sonne ging für mich über der Autobahn auf.

Irgendwie komisch so durch die einsame, karge Landschaft zu laufen und dann taucht wie aus dem Nichts eine Autobahn auf.

Heute wurde es hügeliger, also wirklich sehr sanft. Es waren gerade mal 50 Höhenmeter auf der kompletten Strecke, doch dadurch ist die Landschaft direkt abwechslungsreicher.

Es wird auch wieder Wein angebaut. Keine Ahnung wo das Wasser zur Bewässerung herkommt, doch die Weintrauben sind schon deutlich reifer, als die am Anfang des Caminos.

Nach nicht ganz der Hälfte der Strecke kam eine kleine Ortschaft. Las Casas de los Pinos. Es waren wirklich nur ein paar Häuser, doch mit Kirche und einer Bar daneben, die schon geöffnet hatte.

In der Bar hab ich dann gefrühstückt, das war schon mein morgendliches Highlight. Die erste Einkehr auf der Strecke seit langem.

Die Herrn am Nebentisch hatten alle einen Café und ein kleines Gläschen mit irgendwas anderem.

Ich hab die Kellnerin gefragt was das sei. Sie sagte: „chupito“. Was auch immer das ist. Ich meinte, dass ich das auch probieren wolle. Sie fragte mich nun welchen chupito ich gerne hätte, sie hätte unterschiedliche. So langsam dämmerte es mir. Ich hab was leichtes mit Kräutern bestellt.

Wer immer noch nicht weiß was ein chupito ist, hier das Bild der Flasche, aus der mein Kurzer kam.

Gut gestärkt und bester Laune ging’s weiter.

An der Tourismusinfo konnte ich den Schlüssel für die Herberge abholen. Die Dame fragte mich direkt ob ich „loco“ sei, bei den Temperaturen durch die Gegend zu laufen. Aber auch wenn ich in ihren Augen verrückt war, hat sie mich registriert und den Schlüssel zur Herberge übergeben. Heute bin ich wieder Hausbesitzer, alles ganz neu, 2022 eingeweiht. Küche, Bad, Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer und einen Innenhof.

San Clemente selber hat einen sehr schönen alten Ortskern.

Vom Mittagsmenü zumindest die Dorade zum Anschauen, weil sie gar so lecker war.

Als es abends dann auf dem Rückweg vom Wasserkauf heftig zu regnen anfing, musste ich mich unterstellen und ein Feierabendbier bestellen.

Beim Bild des Tages habe ich mich wieder für Wandkunst entschieden.