El Toboso – La Villa de Don Fabrique

08.08.2022

Da ich gestern eine sehr kurze Etappe hatte, standen heute ein paar Kilometer mehr an. Nicht mehr so viel wie am Anfang, denn mein Hauptziel ist immer noch vor 12 Uhr in meiner Unterkunft zu sein. Also Startzeit 05:15 Uhr.

Den richtigen Sonnenaufgang habe ich heute verpasst, da ich zu der Zeit in Quintanar de la Orden mein erstes Frühstück zu mir genommen habe.

Ich merke, dass die Tage kürzer werden und ich immer weiter Richtung Westen laufe. Sonnenaufgang heute 07:17.

Ich bin aktuell nicht nur auf dem Jakobsweg unterwegs, sondern auch auf der parallel verlaufenden Ruta de Don Quijote.

Was der Ort mit Madame Curie zu tun hat weiß ich nicht, doch das Bild fand ich schön.

Danach ging’s auf eine sieben Kilometer lange Gerade. Das war wirklich unglaublich. Eine Art Wanderautobahn. Hätte nicht eine richtige Autobahn gekreuzt, dann wäre es nur geradeaus gegangen.

Hier der erste Wegweiser mit einer echten Jakobsmuschel.

Das fand ich echt eine psychische Herausforderung, doch in La Puebla de Almoradiel angekommen wartete mein zweites Frühstück.

Danach mal wieder eine Regenbogenbank und in der Apotheke daneben hab ich neue Blasenpflaster gekauft, denn so ganz habe ich es noch nicht überstanden. Die Motivation per WhatsApp kam promt, als die Blase an der Ferse aufgeplatzt ist: „Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt!“ Ein Dank an Annie, Michael und was auch immer für ein Rennradbuch. Auf dass jegliche Schwäche bereits aus meinem Körper gewichen sein möge.

Die letzen Kilometer gingen dann durch Weinfelder, Weinberge kann man ja nicht wirklich sagen und ich kam zu der Uhrzeit an, zu der ich gestern loslief.

Auch die Einheimischen sind sportlich unterwegs.

Ich wollte auf der Polizei den Schlüssel für die Pilgerunterkunft holen, doch die ist wohl Corona zum Opfer gefallen. Dafür bin ich in einem sehr urigen Hostal, das für Pilger einen Spezialpreis macht.

Es gab gleich einen kleinen Happen zu essen, kaltes Wasser und meine dreckigen Klamotten wurden gewaschen.

Heute ist auch ein weiterer Pilger hier. Ein Spanier, der mit seinem Rad unterwegs ist.

Mittagessen war heute in Ordung, kein Highlight, doch die Herren, die im Barbereich Karten gespielt haben schon. Ich habe mich zu ihnen gesetzt und mir das Spiel erklären lassen. Ein wenig wie Skat nur ohne Reizen, dafür mit irgendwelchen Zusatzansagen, die Extrapunkte geben. Also wenn man das Pferd mit dem König sticht oder ähnliches.

Wie das Spiel genau heißt konnte ich mir nicht merken. Zu gern hätte ich auch mal gespielt, doch sie haben um Geld gespielt. Da wollte ich nicht stören.

Die Karten sehen ganz anders aus. Es gibt Schwerter, Kelche, Stäbe und Münzen (Gold). Rey, Caballo und Sota entsprechen König, Dame und Bube. As und 3 sind in diesem Spiel die zwei höchsten Karten.

Das sind Münzen.

Jetzt noch ein paar Bilder vom Ort. Während die Senioren im Schatten quatschen gehen die Seniorinnen in die Kirche.

Bild des Tages: