Asturianos – Requejo

30.08.2022

Morgendlicher Start gegen sieben Uhr, Asturianos schläft und ich bin gespannt was mein Tag so bringt.

Zunächst ging’s wieder über eine Schotterautobahn. Diese endete jedoch bald und es ging sehr schattig durch den Wald. Da ich auf fast 1.000 m war, war’s wirklich kalt und ein bisschen mehr Sonne wäre schön gewesen. Doch mit Pullover und Stirnband war es warm genug.

Ich kam durch ein paar kleinere Ortschaften und in einer Stand ein schöner Spruch an der Wand. Ich hoffe es zumindest, denn ein Teil der Schrift ist vom Efeu verdeckt. „Es gibt nichts schöneres als den Himmel über mir und den Jakobsweg unter meinen Füßen zu haben.“

Danach war bis Puebla de Sanabria Straße angesagt. Grob folgt der Jakobsweg hier den Hauptverkehrsstraßen, d.h. auch wenn man meint in der Wildnis unterwegs zu sein hört man immer die Autobahn oder sieht mal einen riesigen Strommasten.

Puebla de Sanabria hat einen historischen Ortskern, der oben auf dem Berg liegt. Eigentlich geht der Camino unterhalb vorbei, doch nach so langer Zeit ohne eine Kirche oder eine Burg von innen gesehen zu haben, musste ich hochlaufen.

Da ich gegen 10 Uhr dort war und der Stadtkern fast ausschließlich für Touristen ist, war noch vieles geschlossen. Selbst Bars und Restaurants machten erst gegen 11 Uhr auf. So schlenderte ich ein wenig durch die Straßen und genehmigte mir ein Frühstück in einer Bäckerei. Und ja, die 231 ist die Anzahl der Stufen zum Ortskern.

Dann war wieder Natur pur angesagt. Ihr seht schon, es ist der Tag der Abwechslung. Am Fluss entlang, der wie so viele Flüsse aktuell, fast ausgetrocknet war.

Am Kieswerk vorbei und zurück zum Highspeedpilgern auf die Schnellstraße.

Der letzte Streckenabschnitt war wieder im Grünen ohne Autos. Das letzte Dorf, das ich passierte, hat wohl einen sehr begabten Künstler in seinen Reihen, denn an mehreren Wänden fanden sich Tierportraits.

Requejos selbst ist ein kleiner, süßer Ort, den die Bewohner sehr hübsch herausgeputzt haben.

Mein Wunsch nach einem Mittagsmenü wurde in den letzten Tagen nie erfüllt. Heute hatte ich endlich wieder eins. Hier ein Bild der galicischen Suppe. Ich bin zwar noch nicht ganz in Galicien, aber auf der morgigen Etappe überschreite ich die Grenze. Die Dame, die meine Daten erfasst hat, sprach einen galizischen Dialekt, der sich fast wie Portugiesisch angehört hat.

Abends bin ich zum Flussbad, eigentlich nur weil ich mich noch etwas umschauen wollte. Hatte weder Handtuch noch Badehose dabei, denn ich dachte es gäbe eh kein Wasser. Aber siehe da, ein kleiner Staudamm und dahinter ein gemauertes Naturschwimmbecken. Ich bin dann einfach mit der Unterhose rein. Ganz toll, aber auch ganz doll kalt.

Bild des Tages ist ein Video des Tages. Hunderte von Schwalben die in der Altstadt von Puebla de Sanabria umherflogen.