31.08.2022
Heute war eine Schlurietappe angesetzt, nachdem ich vor ein paar Tagen unfreiwillig sehr viel gelaufen bin, habe ich jetzt drei Etappen auf vier Tage aufgeteilt. Es werden bald längere Etappen kommen, die ich auch nicht verkürzen kann. Requejo um kurz vor acht.



Der spanische Pilger, der gestern mit mir in der Herberge war macht den Camino de la Plata rückwärts. Er ist bereits von Barcelona nach Santiago gelaufen, jetzt geht’s für ihn nach Sevilla und dann über den portugiesischen Jakobsweg wieder nach Santiago. Alles zu Fuß.
Er ist somit meine heutige Etappe gestern gelaufen und meinte es wäre alles an der Straße entlang. So stand es auch auf „Gronze“ eine spanische Webseite mit allen Camino-Informationen. Somit habe ich mich auf Straßenpilgern eingestellt und war freudig überrascht, dass ich im Wald startete.



Direkt links daneben verlief die Bahnlinie, irgendwie krass, gerade noch im Märchenwald und dann die Hochgeschwindigkeitszugstrecke.


Ich bin weiter der Beschilderung gefolgt und nicht meinen Navi. Das war gut so, denn so landete ich auf dem alten Camino und bin bis zur Passhöhe durch den Wald gelaufen.


Teilweise war der Weg sogar gemäht. Premium-Wanderweg nennt man sowas in Deutschland.


Oben angekommen hatte ich einen tollen Ausblick, den ich mit meinem Bocadillo genoss. Man sieht die Zugstrecke, die dann gut sechs Kilometer durch einen Tunnel verläuft.

Maximalhöhe waren heute 1.350 m, somit der höchste Punkt des Camino de la Plata. Der Camino Levante ging ein kleines bisschen höher rauf.

Danach kam ich durch ein Dorf, das wirklich nach Bergdorf aussah. Keine Ahnung ob die Häuser massiver wirkten, oder ob es die Blumen waren, für mich war’s ein Bergdorf.


An einer Autoraststätte trank ich Kaffee, war ja ein Schluritag und es war gerade mal 11:30 und nur noch sieben Kilometer vor mir.

Danach musste ich ein zwei Kilometer zwischen Autobahn links und der Landstraße rechts laufen, bevor es wieder auf einen alten Verbindungsweg ging.


Hier sah ich dann Lubián, meinen Zielort am Horizont.

Eine Bäuerin trieb ihre Kälber auf die Weide. Ihr Hund war fast größer als die Kälber.


Das nächste Dorf war wieder sehr schön, doch die Müllentsorgung neben der Kirche fand ich gewöhnungsbedürftig.


Die Senioren waren mit Wanderstock auf den doch recht steilen Wegen des Ortes unterwegs.

Dann kann ich an Bienenkästen vorbei. Es waren bestimmt 50 Stück. Ich weiß nicht wo sie momentan Futter finden, denn es blüht aktuell sehr wenig.

Das letzte Stück war wieder wunderschön. Ich finde der Wald hier hat etwas mystisches, ein wenig wie die Nebelwälder auf den Kanaren oder den Kapverden.

Lubián ist ein Ort mit 302 Einwohnern, das hab ich im Internet nachgearbeitet, denn ich wollte wissen ob ich bereits in Galicien bin. Bin ich noch nicht, morgen geht’s dann über die Grenze. Dabei habe ich aber festgestellt, dass der Bürgermeister von Lubián auch Lubián heißt. Felipe Lubián.



Ansonsten gab’s heute ein riesiges Mittagessen, eine sehr lange Siesta und einen gemütlichen Abend auf der Bank vor meiner Herberge.


Bilder des Tages:


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