07.09.2022
Heute bin ich kurz vor Sonnenaufgang losgelaufen, da ich noch einen letzten Blick auf das Kloster werfen wollte. Also starte ich heute mehr oder weniger mit demselben Blick vom Aussichtspunkt, wie ich gestern aufgehört habe.

Danach ging’s direkt in die Vollen. Steil und steinig bergauf.


Das Wetter hätte einem Tag im April alle Ehre gemacht. Nebel, Sonne, Regen, Wind im Wechsel oder alles zusammen.



Hier hat es so geschüttet, dass ich sogar meine Regenjacke angezogen habe. Gut so, denn die Jacke trage ich seit Valencia mit mir mit und so kam sie doch noch zum Einsatz.

Kurz darauf habe ich vom Stirnband bis zur Regenjacke meine „warmen“ Kleidungsstücke wieder abgelegt, da die Sonne all ihre Energie ausgepackt hat.

Die nächsten Eindrücke fand ich etwas gruselig. Beim Blick durch das Fenster des verlassenen Hauses habe ich entdeckt, dass noch ungeöffnete Post auf dem Esszimmertisch liegt. Fast wie in einem Horrorfilm.


Von Monica meiner Mitpilgerin von gestern, sowie heute teilweise, habe ich gelernt dass es nicht nur Peregrinos gibt. Auf den letzten 100 km trifft man auch Taxirinos und Turitrinos. Der Taxirino gibt vor zu laufen, jedoch bewegt er, oder sie natürlich, sich vorzügsweise mit dem Taxi fort. Der Turistrino versucht von den günstigsten Herbergen zu profitieren und einen kostengünstigen Urlaub zu machen. Er läuft wohl mehr als der Taxirino, doch auch er/sie nutzt gerne Bus und Bahn für längere Wegstrecken. Die Taxiunternehmen betreiben daher zielgruppengerechte Werbung und platzieren ihre Telefonnummern direkt neben den Wegweisern für den Camino.

Bild des Tages ist heute ein Pilgerbrunnen. Da ich anfangs teilweise mit vier Litern Wasser unterwegs war, da es auf der gesamten Etappe weder Bar, Geschäft noch Brunnen gab, d.h. ich hatte auch vier Kilogramm mehr Gepäck dabei. Daher hat mir dieser Brunnen heute viel Gepäck erspart. Die niedrigen Temperaturen natürlich auch.

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