Castornuño – Toro

22.08.2022

Nächtlicher Start, das kennt Ihr ja schon. Zum Glück bin ich mit einer potenten Stirnlampe unterwegs, denn heute ging’s direkt steil bergab, da war ich froh alles gut zu sehen.

Morgens könnte ich immer nur schauen und Fotos machen. Hier eine Auswahl.

Anfänglich ging’s immer wieder auf und ab. Zum Glück hatte ich vier Liter Wasser als Trainingsgewicht eingepackt. In den Senken haben mich dann besondere Herausforderungen erwartet. Ich konnte glücklicherweise jedes Mal über das Feld ausweichen und bin trockenen Fußes weitergekommen.

Zwiebelernte.

Auch mit dem Frühstück hatte ich heute mehr Glück. Was neu war, dass ich keine frisch pürierte Tomate bekam, sondern abgepackt. War auch lecker. Dr Hungr dreibds nei.

Der Ort war relativ modern. Sogar die Kirche war neu. Was ich jedoch ganz besonders fand, waren die Schwalben. Ich sehe hier in den Ortschaften generell viele Vögel und auch Schwalben, so viele wie hier war beeindruckend.

Danach ging’s durch die Douro Ebene, am Douro und den Bewässerungskanälen entlang.

Toro habe ich gestern Abend bereits vom Aussichtspunkt in Castornuño gesehen. So kam es heute stetig näher, bis ich am Fuße Toros an einer toll restaurierten Steinbrücke stand.

Den letzten Kilometer ging es steil bergauf und von oben gab‘s dann die Belohnung. Der Blick auf die zurückgelegte Strecke.

Heute nächtige ich im besten Hotel am Ort, mit eben obiger Aussicht. Pilgerherberge gibt’s keine, es sind Fiestas und ich konnte froh sein überhaupt ein Zimmer zu ergattern.

Toro hat aktuell eine Ausstellung, die über mehrere historische Gebäude verteilt ist. Also gab’s heute nochmal Kultur extra.

Und natürlich die Kirche.

Hier hat man auf alle Fälle das Gefühl die Welt ist noch in Ordnung. Alle feiern und sind draußen unterwegs. Viele haben heute mit Freunden und Familie Paella auf der Straße gekocht und dort gemeinsam gegessen.

Auf der Plaza Mayor machte vorher eine Band schon ihren Soundcheck, d.h. da schaue ich gleich noch vorbei.

Bild des Tages ist der Blick von Toro in die Douro Ebene.

Nava del Rey – Castornuño

21.08.2022

Ich startete mit meinen spanischen Radpilgern kurz vor Sonnenaufgang.

Der frühe Start lohnt sich nicht nur wegen der angenehmen Temperaturen, sondern das magische Licht taucht die Landschaft in ganz besondere Farben.

Der Sonnenaufgang selbst ist natürlich jeden Morgen aufs Neue umwerfend.

Der Camino weiterhin top beschildert.

Ich hatte mich so auf mein Frühstück gefreut, denn auf halber Stecke passierte ich einen Ort. Doch Satz mit X des war wohl nix. Alles noch geschlossen. Da bin ich einfach durchgelaufen ohne zu Essen. Nüchternlauf sozusagen.

Da hat das Frühstück in Castornuño gleich dreimal so gut geschmeckt.

Vor der Touristeninfo gab’s Trainingsräder in jeder Größe. Und wieder mal eine Regenbogenbank.

Meine Herberge liegt heute etwas außerhalb, dafür mit Spielplatz und dem Freibad direkt nebenan.

Nach meinem Mittagstisch hab ich noch den Mirador besucht. Der Aussichtspunkt befindet sich direkt im Zentrum und um unnötige Schritte zu vermeiden schaute ich vor der Siesta dort vorbei.

Der Douro macht hier eine riesige Schleife. Es ist unglaublich schön nach so langer Zeit richtig viel Wasser zu sehen.

Danach hatte ich die Siesta bitter nötig. Den Wecker hab ich mir auf 18 Uhr gestellt, dass ich noch ins kühle Nass kann. Da meine Pflaster inzwischen alle weg sind eine gute Gelegenheit.

Bild des Tages wird der beste Käsekuchen meiner Reise. Und ich habe in den letzten Wochen viele gegessen. Jetzt kommt noch ein zweites Bild dazu. Mir wurde das Bier schon immer mit Limón angeboten, jetzt habe ich gesehen wie es hier heißt.

Arévalo – Medina del Campo – Nava del Rey

20.08.2022

Heute habe ich ausgeschlafen bis sieben Uhr. Ich hatte mich gestern entschlossen mit dem Zug bis nach Medina del Campo zu fahren und von dort aus weiterzulaufen. Die Dame der Touristeninfo beglückwünschte mich zu der Entscheidung, denn die Strecke verläuft wohl komplett neben der Autobahn.

Der Bahnhof Arévalos ist fast drei Kilometer außerhalb gelegen, aber für einen Peregrino wie mich ist das ja Pillepalle.

Das modere Getreidesilo, nach dem Silo in der Burg von gestern.

Ein Blick vom Zug auf Arévalo zum Abschied.

Auch in Medina del Campo musste ich noch ein Stück in die Stadt laufen, um zurück auf den Camino zu kommen. Aber fünf anstelle von 35 Kilometern ist doch ein guter Tausch.

Medina del Campo ist eine Gabelung zwischen dem Camino de Levante, auf dem ich unterwegs bin, und dem Camino Sureste. Die beiden trennen und treffen sich immer wieder.

Daher waren gestern Abend dann noch zwei spanische Radpilger in der Herberge, die auf dem Sureste fahren. Der eine meinte, dass es ab Zamora voller werden würde. Nicht wie beim Camino Francés, den HP ging, aber voller. Auf dem Camino Francés ist es wohl so, dass die Pilger sehr früh losstürmen, um dann einen Platz in der Herberge zu ergattern. Denn es geht nach dem Motto: wer zuerst kommt mahlt zuerst. So stellen sie wohl ihre Schuhe in einer Reihe auf, um zu zeigen wer zuerst da war. Hoffen wir mal, dass es auf meiner Strecke nicht so voll wird.

Jetzt verstehe ich aber auch wieso eine Dame auf dem Rathaus gestern ungehalten war, als ich fragte ob in der Herberge Platz sei. Man kann nicht reservieren. Aber bisher war es eher die Herausforderung die Person zu finden, die den Schlüssel hat. Das wird wohl ab Zamora nicht mehr der Fall sein. Die Herberge öffnet wohl um 13 oder 14 Uhr und dann habe ich hoffentlich einen Platz. Die Dame sagte mir aber noch in welcher Bar ich den Schlüssel erhalte. Somit alles gut.

Die Strecke nach Nava del Rey war auch nicht besonders spannend, meistens parallel zur Bahnlinie. Züge fahren aber weniger als Autos, daher war es schön ruhig.

Unterwegs kam eine Raststation. Wenn es kühl ist freut man sich bestimmt hier in der Sonne zu sitzen. Ich hatte mein Bocadillo schon zuvor im Schatten verspeist und lief daran vorbei.

Nava del Rey in Sicht, lief ich trotz Hitze entspannt meinem Ziel entgegen. Heute haben wir die 30 Gradmarke wieder locker geknackt, Tendenz weiter steigend.

Wertstoffhof. Videoüberwacht und öffnet auf Anfrage.

Nava del Rey ist ein sehr aufgewecktes Örtchen. Als ich ankam spielte eine kleine Band an der Plaza de España und viele gut gelaunte Menschen waren zu sehen.

Meine Herberge ist fast neu. Sie wurde im Herbst 2019 eröffnet und wegen der Pandemie bisher kaum genutzt. Der Herbergesvater gab mir dann gleich noch einen Essenstipp.

Der Restaurantempfehlung folgte ich natürlich direkt. Die Chefin des Hauses meinte ich müsste “Cocido” essen, dann würde ich morgen laufen wie Speedy Gonzales. Zur Sicherheit hab ich mir einen Schnaps hinterher bestellt und meine Freude auf die Siesta war groß.

Nach meiner Siesta habe ich noch die Sehenswürdigkeiten, die José von der Touristeninfo mir empfohlen hat, abgelaufen.

Bodegas Urdil. Hier kann man natürlich Wein kaufen, Weinproben machen und wie ich den alten Weinkeller besichtigen.

Ein alter Friedhof, der mit Ölivenbäumen bepflanzt wurde, da die Grabsteine umgezogen wurden zum neueren Friedhof. Am Eingangstor steht sinngemäß „carpe diem“, da die hier Beerdigten wohl alle dem Typhus zum Opfer gefallen sind.

Eremita der Virgen von was weiß ich. Die wird im November immer von ihrer Außenstelle in die Stadt gebracht und zwei Wochen später wieder zurück. Das war mir dann aber doch zu weit weg.

Um 22:30 Uhr findet auf der Plaza de España noch ein Konzert statt. Finde ich unglaublich, denn Nava del Rey hat gerade mal 2.100 Einwohner.

Bild des Tages: Da habe ich heute irgendwie nichts mehr, also wird‘s das kühle Bier, das im angeeisten Glas kam.

Gotarrendura – Arévalo

19.08.2022

So langsam steigen die Temperaturen hier wieder, somit startete ich um 6 Uhr.

Im ersten Ort, den ich schon nach ein paar Kilometern passierte, stand ein sehr stylisches Gemeindezentrum.

Danach ging’s über staubige Felder und die Geraden wurden gefühlt immer länger. Zumindest kam ich zügig voran.

Nach gut der Hälfte der Strecke und einer Kaffeepause wandelte sich das Bild. Waldbaden stand an. Fast 15 Kilometer Kiefernwald habe ich durchquert. Am Anfang kam direkt eine Pilgerrast.

Ganz viele Bäume waren zur Harzgewinnung angeritzt.

Arévalo ist eine Mischung aus einer runtergekommenen, zerfallenen Stadt und …

… liebevoll restaurierten, historischen Gebäuden.

In einer der glaube ich sieben Kirchen hier, war eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Zwei Personen betreuten die Austelkung, erzählten mir was zur Kirche und den Künstlern.

Die Burg war dann das Highlight. Sie beinhaltet ein Museum, das die Geschichte der Burg wiedergibt. Von den Anfängen ihrer Entstehung bis zum Umbau zu einem Getreidespeicher in der 50er Jahren. Audioguide über QR Code am eigenen Handy abrufbar.

Blick von der Burg in den Ort.

Hier noch ein paar weitere Einblicke.

Bild des Tages:

Ávila – Gotarrendura

18.08.2022

Mein morgendlicher Start war heute kurz vor Sonnenaufgang, der inzwischen erst um 7:30 Uhr ist.

Denn ich wusste, ich würde nochmal am Aussichtspunkt vorbeikommen. Also hier nochmal die Stadtmauern in voller Pracht.

Danach war die Strecke allerdings nicht besonders toll zum Laufen. Highspeed-Pilgern auf der Straße war angesagt. Zumindest kam ich zügig voran und tolle Ausblicke gab’s trotzdem.

Heute war auch der Tag der speziellen Wegmarkierungen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich immer näher an Santiago heranrücke.

Doch nachdem ich den ersten Ort passiert hatte, bog der Camino von der Straße ab und ich war in der Natur unterwegs.

Rechts am Horizont ist bereits Gotarrendura, mein Zielort zu erkennen.

Zuvor kam ich jedoch durch einen anderen kleinen Ort, in dem leider die Bar erst abends öffnete und so gab’s mein Bocadillo neben dem Dorfbrunnen.

Zum Ziel waren es dann noch ein paar Geraden, doch es ging fast nur bergab.

In diesem 150-Seelen-Dorf gab es eine Bar, in der ich den Schlüssel zur Herberge bekam. Sah alles etwas runtergekommen aus, doch die Inhaberin sehr freundlich und eine gute Köchin.

Es gab sogar free wifi im ganzen Ort.

Im Innenhof meiner Herberge habe ich mich dann erholt, bevor ich nochmal ein paar Schritte durch den Ort machte.

Als ich dann wieder in der Bar ankam, war es vorbei mit der Ruhe. 14 polnische Pilger inkl. eines Mönchs waren angekommen.

Dementsprechend war meine Nacht auch kurz und unruhig, denn ich hatte nur Schnarcher im Zimmer.

Bild des Tages:

San Bartolomé de Pinares – Ávila

17.08.2022

Heute bin ich zeitig los, da Ávila eine ganz tolle Stadt sein soll, deshalb wollte ich ausreichend Zeit zum Beinehochlegen und Sightseeing haben.

Es war so kalt, dass ich kleidungstechnisch aufgerüstet habe. Pullover, Schal und Stirnband. So war ich fast bis Ávila unterwegs. Temperaturangabe ist von 13 Uhr.

Es ging hoch zum höchsten Punkt des Caminos. Über ausgedörrte Weiden, durchs Gestrüpp und ein paar kleinen Herden vorbei. Aus den Brunnen kam ausreichend Wasser, aber grün gab es kaum zu sehen.

Die Passhöhe war für die Radpilger der höchste Punkt, für mich ging‘s noch auf 1.380 m hoch und einem tollen Ausblick in die Hochebene dahinter.

Um in Ávila in der Pilgerherberge zu übernachten hatte ich bereits am Vortag mit einem freundlichen Herrn telefoniert, der meinte er wohne in einem Ort 9 km von Ávila entfernt und ich solle ihn doch bitte anrufen wenn ich durch seinen Ort käme. Ich dachte er würde mir den Schlüssel geben und gut. Nein, er hat mich mit einer Flasche Bier begrüßt, da die Bar wegen der Fiestas erst abends wieder ausmacht. Unglaublich toll.

Die letzten Kilometer nach Ávila ging es nur bergab, so war ich ruckzuck dort.

Ich kannte die Bilder der tollen Altstadt, mit der komplett erhaltenen Stadtmauer, der Kathedrale und all den anderen historischen Gebäuden. Doch anstatt folgendes zu sehen …

… sah ich den modernen Teil Ávilas. Denn Ávila wurde nicht nur von den Römern gegründet, sondern ist heute wohl die höchstgelegene Stadt Spaniens.

Der Camino ist inzwischen so hervorragend ausgeschildert, dass das Navi eigentlich überflüssig ist. Hier sogar mit hochwertigen Jakobsmuscheln in den Gehweg eingelassen.

Nachdem das Essen die letzten Tage mehr Mittel zum Zweck war, da es nichts besonderes gab, hab ich mir ein Chutelón gegönnt, Ávilas Spezialität.

Hier noch ein paar Eindrücke der Stadt von historisch, über modern bis zum Eingang meiner Herberge.

Bilder des Tages, hierfür müsst Ihr ausnahmsweise das Handy drehen.

Cebreros – San Bartolomé de Pinares

16.08.2022

In Cebreros war heute morgen ein Stierlauf. Naja mehr ein Kuh- und Jungstierlauf, aber trotzdem spannend.

Und es war natürlich morgens schon die Hölle los. Die einen nach durchzechter Nacht noch wach, die anderen früh aufgestanden, um das Spektakel mitzuerleben.

Der arme Jungstier ist von den Amateurtorreros ganz schön geärgert worden.

Danach habe ich mir ein Bocallio für unterwegs gekauft und bin ungewöhnlich spät gestartet. Den Wetterbericht hatte ich vorher geschaut. Mit 28 Grad Maximaltemperatur dachte ich wird es mit der Mittagshitze nicht zu schlimm werden. So war es dann auch. Ich bin heute auf 1.250 m gewesen, wo ein kühler Wind wehte und es mir tatsächlich kühl war.

Jetzt aber erst Mal zum Aufstieg. Direkt nach dem Ort ging es relativ steil hoch. Der Teil des Waldes ist einem Brand zum Opfer gefallen. Denke das war letztes Jahr.

Selbst eine kleine Passhöhe habe ich heute bezwungen, auch wenn dies nicht der höchste Punkt meiner Etappe war. Bitte achtet auf das Straßenschild im Hintergrund.

Ich kam danach auf eine Hochebene, auf der es immer leicht bergauf, bergab ging. Hier weiden normalerweise Kühe, aber im trockenen und heißen August finden sie hier nichts zu fressen.

Irgendwann ging’s dann wieder runter nach San Bartolomé. Hier hab ich acht Adler kreisen sehen. Zumindest ein paar schwarze Punkte sind hoffentlich auf dem Bild zu erkennen.

San Bartolomé ist ein 500 Einwohner-Bergdorf. Alles sehr aufgeräumt und schön hergerichtet.

Meine Pilgerherberge ist frisch renoviert und heute habe ich zum ersten Mal einen Radpilger mit in der Unterkunft. Der freut sich bestimmt wenn ich morgen um fünf Uhr aufstehe.

Neben einem kleinen Supermarkt fährt das Obst- und Gemüseauto zum Einkaufen durch den Ort.

Bild des Tages:

San Martín de Valdeiglesias – Cebreros

15.08.2022

Heute startete ich erst kurz vor Sonnenaufgang, denn die Etappe nach Cebreros war überschaubar. Trotz der späteren Startzeit waren die Straßen noch leer.

Da es hier rundherum bewaldet ist, dachte ich es ginge wieder wildromantisch durch den Wald, doch ich denke das erste Drittel der Strecke war Straße. Auch das ist Camino.

Heute habe ich nun endgültig La Mancha als autonome Gemeinschaft verlassen und befinde mich in Castilla y Léon.

Die Strecke wurde dann doch etwas abwechslungsreicher, sogar mit Wildlife.

Teile einer alten Straße mit tollen Brücken führte mich Richtung Cebreros.

Kurz vor es in den Ort ging kam noch ein Aussichtspunkt, von dem aus ich auf meine heutige Strecke zurückblicken konnte.

Auch hier sind Fiestas, so dass mittags schon alle Bars überfüllt waren. Da bin ich nach einem kurzen Spaziergang zurück ins Hotel, um hier zu essen.

Im Hotel war ein paar Jahre vor mir auch ein Deutscher abgestiegen. Jan hat hier, laut Hotelbesitzer, vor seinem Sieg bei der Vuelta übernachtet. Vielleicht sollte ich mir morgen dasselbe wie er zum Frühstück bringen lassen.

Bild des Tages ist wohl selbstredend. Der Fashiontrend ist nicht mehr aufzuhalten.

Escalona – San Martín de Valdeiglesias

14.08.2022

Heute gibt’s wieder ein Bild zum nächtlichen Start, da ich direkt mit einer längeren Etappe starten musste. Wegen der Fiestas gab es in meinem Wunschort keine freie Unterkunft.

Die ersten Kilometer ging es auf einem schönen Feldweg bis nach Almorox, wo Fiesta war. Die Musik hörte ich schon lange bevor ich den Ort sah. Die letzte Fressbude machte kurz vor sieben Uhr dicht, als ich vorbeilief.

Ich bin fast durch La Mancha durch und so hatte es heute vorerst mal ein Ende mit den Geraden. Gamsqualitäten waren gefragt, denn es war meine erste richtige Bergetappe.

Hier nochmal der Blick zurück auf La Mancha.

Es kamen auch immer mehr Bäume am Wegesrand bis ich tatsächlich durch Wald lief.

Irgendwann kam ich an eine Schneise, sah aus wie wenn hier jemand eine Skipiste in den Wald Zimmern wollte. Keine Ahnung ob sie eine Brandschutzschneise, für Strommasten oder etwas anderes ist.

Durch den Wald hatte ich heute auch relativ viel Schatten.

San Martín de Valdeiglesias zeigte sich erst kurz vor ich ankam.

Meine Siesta war sehr ausgedehnt, da ich heute Nacht so gut wie gar nicht geschlafen hatte. Um zwei Uhr quartierte die Polizei noch jemanden bei mir ein. Der Mann wurde wohl vom Mann seiner Geliebten verprügelt, hatte aber zu viel getrunken um noch nach Hause zu fahren. Zumindest so hatte ich es verstanden.

Vor dem Essen habe ich mich doch aufgerafft eine kleine Runde durch den Ort zu drehen. Burg, Kirche und ein Schokoladen-/Eisgeschäft waren meine Highlights.

Bild des Tages ist ein Fashionstatement. Damit tat mir nix weh und ich habe die Etappe gut überstanden. Vielleicht sollte ich mir noch weiße Socken kaufen.

Toledo – Torrijos – Escalona

13.08.2022

Heute ist zunächst Busfahren angesagt. Ich wäre gerne noch einen Ort weiter gefahren, doch am Wochenende gibt es manche, der sowieso schon spärlichen Verbindungen, gar nicht.

Den Schlüssel für die Pilgerherberge sollte die Polizei haben, die meinte ich müsste zur Touristeninfo und die war im Urlaub.

Da mir Torrijos nicht wirlich sympathisch war und ich sowieso einen Ort weiter wollte, rief ich in Escalona an, um ggf. dort zu übernachten. Hier hatte ich mehr Glück und dachte, dann versuche ich es per Anhalter. Keine 15 Minuten später saß ich im Auto auf dem Weg zum nächsten Etappenziel.

Escalona hat eine alte Burg. Diese befindet sich allerdings in Privatbesitz und kann nicht besucht werden.

An der Hauptplaza gab’s dann erst mal was zu Essen, ich war einkaufen für morgen und habe mich ein wenig mit der Dame in der Touristeninfo unterhalten.

Escalona hat einen tollen Stadtstrand, doch ich wollte nicht das Wohlbefinden meiner Füße aufs Spiel setzen.

Meine Herberge befindet sich heute im Schulkomplex und ich bin natürlich wieder alleine hier.

An den vielen Fahnen habt Ihr sicherlich erkannt, dass auch hier Fiestas sind, also werde ich heute Abend nochmal auf dem Hauptplatz gehen und schauen was so geboten wird.

Bild des Tages ist für mich heute ein kleiner Obstladen. Es ist so toll, dass sich trotz Supermärkten auf den spanischen Dörfern diese kleinen Läden halten.