Lubián – A Gudiña

01.09.2022

Lubián fand ich sehr schön und gemütlich. Irgendwie wäre ich gerne noch einen Tag geblieben, doch der Camino ruft. Adiós Lubián.

Zuerst ging’s ganz ins Tal, unter der Autobahn durch und dann im Wald auf der gegenüberliegenden Seite wieder hoch.

Bis ich oben an der Grenze zu Galicien ankam. Hier gab’s Frühstück mit Blick ins Tal. Die galicischen Wegweiser enthalten nun immer die Reststrecke bis Santiago. Auf die dritte Stelle hinterm Komma genau. Das hat mich anfangs etwas gestresst, weil ich immer ausgerechnet habe wie viel ich heute noch laufen muss.

Bis auf die galicischen Straßennamen hast sich erst mal nicht viel verändert. Die kleinen Dörfer sind immer eine Mischung aus verlassen/zerfallen und bewohnt/hübsch gemacht.

Danach ging‘s idyllisch und schattig im Tal weiter.

Und danach natürlich wieder hoch. Der Blick zurück zeigt nochmal den Sattel über den ich kam, wo in nach Galicien „eingereist“ bin.

Die Wolken am Himmel zeigen schon, dass es hier auch häufiger regnet. Ich hoffe das Wetter hält zumindest noch zwei Tage, denn es stehen morgen und übermorgen lange Etappen an.

Viele Häuser haben hier eine Art Wintergarten als Eingangsbereich.

A Gudiña ist ein zentraler Verkehrspunkt für die Gegend, denn die Autobahn verläuft unterhalb des Orts und auf der anderen Seite ist der Bahnhof für den Hochgeschwindigkeitszug. Nichtsdestotrotz hat der Ort schon bessere Zeiten gesehen. Viele Ladengeschäfte und Hotels stehen leer.

Aber das nächste Skigebiet ist gleich um die Ecke. Nicht mal 50 km entfernt. Ich hab gleich mal nachgeschaut wie attraktiv das Skigebiet ist. Seht selbst.

Nach meinem Mittagstisch, Siesta und dem Einkauf für die morgige Etappe bin ich ins Schwimmbad. Wenn das Geländer nicht wäre hätte ich „Infinity Pool“ gesagt. Anfänglich hatte ein Kind noch Schwimmunterricht, danach war ich hier alleine. Der Bademeister war natürlich auch da, dass mir nichts passiert.

Eigentlich wollte ich die Herberge noch fotografieren, doch heute sind vier Spanier da, die heute ihre zweite Etappe hatten und zwei Franzosen, den einen kannte ich bereits von Zamora. Also ist die Hütte voll. Nicht wirklich, denn die Herberge wurde vor drei Monaten neu eröffnet und hat 40 Schlafplätze.

Hier doch noch ein paar Bilder.

Zum Abschluss noch die Abendstimmung auf dem Balkon, wo ich noch ein Elekrolytgetränk namens „Mahou Cerveza Especial“ zu mir nehme.

Bild des Tages:

Requejo – Lubián

31.08.2022

Heute war eine Schlurietappe angesetzt, nachdem ich vor ein paar Tagen unfreiwillig sehr viel gelaufen bin, habe ich jetzt drei Etappen auf vier Tage aufgeteilt. Es werden bald längere Etappen kommen, die ich auch nicht verkürzen kann. Requejo um kurz vor acht.

Der spanische Pilger, der gestern mit mir in der Herberge war macht den Camino de la Plata rückwärts. Er ist bereits von Barcelona nach Santiago gelaufen, jetzt geht’s für ihn nach Sevilla und dann über den portugiesischen Jakobsweg wieder nach Santiago. Alles zu Fuß.

Er ist somit meine heutige Etappe gestern gelaufen und meinte es wäre alles an der Straße entlang. So stand es auch auf „Gronze“ eine spanische Webseite mit allen Camino-Informationen. Somit habe ich mich auf Straßenpilgern eingestellt und war freudig überrascht, dass ich im Wald startete.

Direkt links daneben verlief die Bahnlinie, irgendwie krass, gerade noch im Märchenwald und dann die Hochgeschwindigkeitszugstrecke.

Ich bin weiter der Beschilderung gefolgt und nicht meinen Navi. Das war gut so, denn so landete ich auf dem alten Camino und bin bis zur Passhöhe durch den Wald gelaufen.

Teilweise war der Weg sogar gemäht. Premium-Wanderweg nennt man sowas in Deutschland.

Oben angekommen hatte ich einen tollen Ausblick, den ich mit meinem Bocadillo genoss. Man sieht die Zugstrecke, die dann gut sechs Kilometer durch einen Tunnel verläuft.

Maximalhöhe waren heute 1.350 m, somit der höchste Punkt des Camino de la Plata. Der Camino Levante ging ein kleines bisschen höher rauf.

Danach kam ich durch ein Dorf, das wirklich nach Bergdorf aussah. Keine Ahnung ob die Häuser massiver wirkten, oder ob es die Blumen waren, für mich war’s ein Bergdorf.

An einer Autoraststätte trank ich Kaffee, war ja ein Schluritag und es war gerade mal 11:30 und nur noch sieben Kilometer vor mir.

Danach musste ich ein zwei Kilometer zwischen Autobahn links und der Landstraße rechts laufen, bevor es wieder auf einen alten Verbindungsweg ging.

Hier sah ich dann Lubián, meinen Zielort am Horizont.

Eine Bäuerin trieb ihre Kälber auf die Weide. Ihr Hund war fast größer als die Kälber.

Das nächste Dorf war wieder sehr schön, doch die Müllentsorgung neben der Kirche fand ich gewöhnungsbedürftig.

Die Senioren waren mit Wanderstock auf den doch recht steilen Wegen des Ortes unterwegs.

Dann kann ich an Bienenkästen vorbei. Es waren bestimmt 50 Stück. Ich weiß nicht wo sie momentan Futter finden, denn es blüht aktuell sehr wenig.

Das letzte Stück war wieder wunderschön. Ich finde der Wald hier hat etwas mystisches, ein wenig wie die Nebelwälder auf den Kanaren oder den Kapverden.

Lubián ist ein Ort mit 302 Einwohnern, das hab ich im Internet nachgearbeitet, denn ich wollte wissen ob ich bereits in Galicien bin. Bin ich noch nicht, morgen geht’s dann über die Grenze. Dabei habe ich aber festgestellt, dass der Bürgermeister von Lubián auch Lubián heißt. Felipe Lubián.

Ansonsten gab’s heute ein riesiges Mittagessen, eine sehr lange Siesta und einen gemütlichen Abend auf der Bank vor meiner Herberge.

Bilder des Tages:

Asturianos – Requejo

30.08.2022

Morgendlicher Start gegen sieben Uhr, Asturianos schläft und ich bin gespannt was mein Tag so bringt.

Zunächst ging’s wieder über eine Schotterautobahn. Diese endete jedoch bald und es ging sehr schattig durch den Wald. Da ich auf fast 1.000 m war, war’s wirklich kalt und ein bisschen mehr Sonne wäre schön gewesen. Doch mit Pullover und Stirnband war es warm genug.

Ich kam durch ein paar kleinere Ortschaften und in einer Stand ein schöner Spruch an der Wand. Ich hoffe es zumindest, denn ein Teil der Schrift ist vom Efeu verdeckt. „Es gibt nichts schöneres als den Himmel über mir und den Jakobsweg unter meinen Füßen zu haben.“

Danach war bis Puebla de Sanabria Straße angesagt. Grob folgt der Jakobsweg hier den Hauptverkehrsstraßen, d.h. auch wenn man meint in der Wildnis unterwegs zu sein hört man immer die Autobahn oder sieht mal einen riesigen Strommasten.

Puebla de Sanabria hat einen historischen Ortskern, der oben auf dem Berg liegt. Eigentlich geht der Camino unterhalb vorbei, doch nach so langer Zeit ohne eine Kirche oder eine Burg von innen gesehen zu haben, musste ich hochlaufen.

Da ich gegen 10 Uhr dort war und der Stadtkern fast ausschließlich für Touristen ist, war noch vieles geschlossen. Selbst Bars und Restaurants machten erst gegen 11 Uhr auf. So schlenderte ich ein wenig durch die Straßen und genehmigte mir ein Frühstück in einer Bäckerei. Und ja, die 231 ist die Anzahl der Stufen zum Ortskern.

Dann war wieder Natur pur angesagt. Ihr seht schon, es ist der Tag der Abwechslung. Am Fluss entlang, der wie so viele Flüsse aktuell, fast ausgetrocknet war.

Am Kieswerk vorbei und zurück zum Highspeedpilgern auf die Schnellstraße.

Der letzte Streckenabschnitt war wieder im Grünen ohne Autos. Das letzte Dorf, das ich passierte, hat wohl einen sehr begabten Künstler in seinen Reihen, denn an mehreren Wänden fanden sich Tierportraits.

Requejos selbst ist ein kleiner, süßer Ort, den die Bewohner sehr hübsch herausgeputzt haben.

Mein Wunsch nach einem Mittagsmenü wurde in den letzten Tagen nie erfüllt. Heute hatte ich endlich wieder eins. Hier ein Bild der galicischen Suppe. Ich bin zwar noch nicht ganz in Galicien, aber auf der morgigen Etappe überschreite ich die Grenze. Die Dame, die meine Daten erfasst hat, sprach einen galizischen Dialekt, der sich fast wie Portugiesisch angehört hat.

Abends bin ich zum Flussbad, eigentlich nur weil ich mich noch etwas umschauen wollte. Hatte weder Handtuch noch Badehose dabei, denn ich dachte es gäbe eh kein Wasser. Aber siehe da, ein kleiner Staudamm und dahinter ein gemauertes Naturschwimmbecken. Ich bin dann einfach mit der Unterhose rein. Ganz toll, aber auch ganz doll kalt.

Bild des Tages ist ein Video des Tages. Hunderte von Schwalben die in der Altstadt von Puebla de Sanabria umherflogen.

Rionegro del Puente – Asturianos

29.08.2022

Heute bin ich mit einem 71-jährigen Radpilger gestartet. Er läuft immer die ersten Kilometer, um sich aufzuwärmen. Aus meiner Sicht läuft er, weil sein Rad kein Licht hat und er früh starten will. Als es hell genug war ist er losgefahren.

Die Strecke startete leicht ansteigend. Ein paar Rehe kreuzten meinen Weg und der Himmel sah heute Morgen spektakulär aus.

Bei der Autobahnmeisterei sind Maschinen von Schmidt im Einsatz. Sieht alles ganz neu aus.

Der Himmel wurde dann immer dunkler. Da hab ich mal in den Wetterbericht geschaut. Nach Wochen mit fast nur Sonnenschein sind tatsächlich Gewitter angesagt.

Zum Glück war ich kurz vor Mombuey als es mit etwas Nieselregen anfing. Ich hatte noch die Hoffnung, dass es vorbeizieht, doch als ich nach dem Frühstück rausgehen wollte hat es in Strömen geregnet. Also bin ich wieder rein und hab mir einen weiteren Kaffee bestellt.

Mit meiner Wetterapp gut informiert war klar, dass es nachmittags wieder besser werden würde. Ich brauchte nur etwas Geduld.

Ich holte mir dann beim Bäcker noch ein Schokocroissant, ok es waren zwei. Der Spanier an sich stellt sich immer brav an, selbst bei Regen.

Kurz vor 12 Uhr drücke dann die Sonne durch und ich erkannte die ersten blauen Ecken am Himmel. Dann bin ich direkt los.

Schwäbische Qualitätsprodukte lassen grüßen. Wobei ich denke da müsste mal ein neuer Bagger her.

Auf dem Weg nach Asturianos kam ich durch mehrere Dörfer, die allerdings durchwegs verlassen wirkten. Viel verfallene Häuser und die Gebäude, die bewohnt sind, waren auch nicht im besten Zustand. Zumindest gibt’s hier noch Immobilien zu einem guten Preis.

Zumindest der letzte Ort war wieder in Schuss. Schon ein paar farbige Fähnchen zeigten, dass hier etwas mehr Leben herrscht.

Richtung Ziel ging’s stetig bergan, aber meistens sehr gemäßigt.

Durch die wunderschöne Natur waren teilweise Schotterautobahnen gebaut. Keine Ahnung wofür. Mache endeten sogar als Sackgasse, zumindest für Autos.

Meine Herberge ist heute am Sportzentrum angeschlossen. Dieses Mal jedoch mit richtigen Betten und tollen Matratzen.

Bild des Tages zeigt, dass ich nicht der Einzige mit Regenschirm war.

Santa Marta de Tera – Rionegro del Puente

28.08.2022

Ein Kätzchen hat mich heute morgen vor dem Schönheitssalon Marisa verabschiedet.

Es ging direkt in die Teraebene, da war‘s feucht und grün und der Kohl sah aus als würde er fluoreszieren.

Vom Sonnenaufgang hab ich vor lauter Bäumen heute nichts, naja wenig gesehen.

Hätte heute auch in der Rheinebene oder an der Iller sein können. Da fragt man sich wieso man wegfliegt und so weit läuft.

Hier werden sehr viele Pappeln angepflanzt. Genau im Abstand, dass ein Traktor dazwischen durch passt. Mache wachsen extrem schräg.

Es ging weiter über Felder und durch Dörfer, in denen leider noch alle Bars geschlossen hatten.

Ich dachte das Waldbrandgebiet läge hinter mir, doch leider war dem nicht so. Kurz vor einem Staudamm, als es über einen abenteuerlichen Pfad weiterging, war ich wieder mitten drin.

Danach verlief der Camino über einen geteerten Weg am Stausee entlang. Dort traf ich einen älteren Herrn auf seinem Morgenspaziergang. Er erzählte mir, dass 24 Ortschaften während des Feuers evakuiert wurden. Er war zu der Zeit in Madrid, doch die Häuser in seinem Ort sind gerade so vom Feuer verschont geblieben.

Im Ort selber gab‘s auch eine Herberge, die von einem Südafrikaner geführt wird. Bei ihm hab ich einen Tee getrunken. Er hat sich beim Kampf gegen das Feuer sein Bein gebrochen, aber sein Haus steht noch.

Die letzen Kilometer war die Welt dann wieder in Ordnung.

Rionegro del Puento liegt am Rio Negro. Leider führt der Fluss kein Wasser mehr. In der Herberge wurde mir dann geraten direkt zu duschen, da es wohl teilweise nachmittags kein Wasser gibt.

An meiner Herberge angekommen musste ich die Hospitalera anrufen. Sie kam direkt, hat aufgeschlossen und mir alles gezeigt.

Auf dem Rückweg vom Essen traf ich noch die Pilgerin, die gestern mit mir in der Herberge übernachtet hat. Eine junge Ausdauersportlerin, die gestern über 50 km gelaufen ist.

Nach meiner Siesta bin ich noch an den Stausee, um mich etwas zu erfrischen. Hat sehr gut getan. Außer mir war nur noch die Dorfjugend am und im Wasser.

Bild des Tages der kleine Happen, der die Zeit überbrücken musste bis die Köchin um 21:30 Uhr kam.

Tábara – Santa Marta de Tera

27.08.2022

Frühstück war um 6:30 Uhr gerichtet und so konnte ich entspannt um 7 Uhr starten.

Wie gestern bereits angekündigt ging es heute durch das Waldbrandgebiet von vor drei Wochen. Es sah verheerend aus. Die Dame in der Bar hat mir gerade erzählt, dass die ganzen Ortschaften evakuiert wurden. Sowohl Tábara, wo ich startete, Santa Marta mein Zielort und alles dazwischen.

Ein kleiner Lichtblick ist schon wieder durchgekommen, doch es wird sehr lange dauern, bis sich die Natur erholt hat.

Auf dem Weg haben mich zwei Radpilger überholt. Mit dem hier konnte ich bergauf mithalten, danach war er aber ganz schnell weg.

Meine Wasservorräte habe ich dann zwei Kilometer vor meinem Ziel aufgefüllt, da dies der einzige Lebensmittelladen im näheren Umkreis ist. Hier standen alle brav Schlange und dabei wurde der Klatsch des Dorfes ausgetauscht.

Ich bin wieder an einem Fluss angekommen, Tera. Deshalb ist es hier prinzipiell grüner, auch wenn das durch das Feuer größtenteils zunichte gemacht wurde.

Die Esel, die hier weiden, fand ich besonders lustig. Sehen aus als hätten sie Rastalocken.

Meine Herberge ist heute ohne Betreuung, die Tür stand einfach offen. Später habe ich mich dann an der Kirche angemeldet und meinen Stempel abgeholt. Auf besonderen Wunsch heute ein paar Bilder der Herberge.

Da es hier am Ort nur ein Restaurant gibt habe ich mir ein Luxuskottlett gegönnt.

Nach der Siesta war wieder Kultur angesagt. Die Kirche von Santa Marta de Tera ist die älteste romanische Kirche Zamoras. Sie hat ein Fenster durch das morgens zum Frühjahrs- und Herbstbeginn die Sonne genau durch das oberste Fenster scheint.

Wenn man durch den Friedhof zum Hintereingang geht, kommt man zum ältesten, bekannten Zeugnis des Camino de Santiago.

Es gab sogar ein paar Regentropfen. Blieb allerdings auch dabei.

Bilder des Tages werden Prunkwinden, die ich zuletzt noch als Prinkwinden bezeichnet hatte und ein lustiger Hauseingang.

Fontanillas de Castro – Tábara

26.08.2022

Angela und Paco, die Herbergsbetreuer, waren tatsächlich um fünf Uhr auf und haben mir Frühstück gemacht. Unglaublich. Sie haben mich ganz herzlich verabschiedet und dann konnte ich gut gestärkt in die Nacht starten.

Knapp zwei Stunden später war ich im ersten Ort. Hier schliefen noch alle. Allerdings ist hier wieder eine Camino-Gabelung. Von hieraus kann man ein Stück Richtung Norden gehen und trifft auf „den“ Jakobsweg, den Camino Francés. Ich bin links gelaufen und meiner nennt sich jetzt Camino Sanabrés.

Danach war mir von Paco Natur pur angekündigt worden. Ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe sogar Rehe gesehen.

Auf der Landkarte hätte ich ja schon mehrere Male Wasser sehen sollen, aber bisher ohne Erfolg. Heute hat’s geklappt.

Danach ging der Weg wildromantisch am Ufer entlang. Aber auch da sah es leider ziemlich ausgetrocknet aus.

Ein letzter Blick übers Wasser und dann ging’s zurück zu den Geraden.

Jemand wollte mit seinen Wanderschuhen wohl ein Zeichen setzen. Vielleicht hat er noch mehr Blasen bekommen als ich.

Unterwegs war auch ein paar Mal ein Schild von meiner heutigen Herberge aufgehängt. Somit kein Vergleich zum Beginn der Reise, wo die wenigsten Leute überhaupt wussten, dass es in ihren Ort eine gibt.

Zwei Stunden vor meinem Ziel gab’s dann in einer Bar wieder diverse Köstlichkeiten. Da es gestern Beschwerden gab, dass man die Tortilla nicht sehen könne, heute eine Detailaufnahme. Die Tortilla gestern war allerdings deutlich leckerer.

Das letzte Stück wurde es natürlich wieder heißer, auch wenn für heute maximal 32 Grad angesagt waren.

Vor drei Wochen fand wohl ein Waldbrand statt. Morgen laufe ich durch das am stärksten betroffene Gebiet. Es wurde wohl sehr viel vom Naturschutzgebiet Sierra de La Culebra zerstört.

Die Bauern sind ebenfalls sehr geschädigt worden, denn ihre Flächen sind abgebrannt oder ihre Tiere im Feuer umgekommen. Als ich nach Tábara reinlief fand gerade eine Kundgebung auf der Plaza Mayor deswegen statt.

Meine Herberge sieht von außen zwar nicht ganz so hübsch aus wie gestern, aber auch hier ist alles ganz neu. Es gibt wieder gemeinsames Abendessen, mal schauen ob wieder ein paar Radfahrer zur späteren Stunde eintrudeln. Ansonsten esse ich mit José und Ivan.

Das Freibad ist gerade mal 150 Meter von der Herberge entfernt. Da bin ich eine Runde schwimmen gegangen. Ach und nein, ich sitze nicht nackt hinter meiner Badehose.

Mein Highlight des Abendessens. Letztendlich habe ich alle vier probiert. Vom Chef des Hauses selbst angesetzt. Ich denke ich werde gut schlafen.

Zum Schnaps gab’s noch einen Spruch, der mich auf dem Camino begleiten soll.

Bilder des Tages sind zum einen mein Reisehemd, das heute in den Müll wandern musste und ein einfach schönes Bild aus Tábara.

Zamora – Fontanillas de Castro

25.08.2022

Kurz vor meinem Wecker klapperten schon die Störche in ihrem Nest.

Die Herbergen werden wohl immer exklusiver. Es gab Frühstück um 6:30 Uhr. Das zweite Gedeck war für den französischen Pilger der auch früh starten wollte.

Die heutige Etappe war landschaftlich eher öde. Es ging fast komplett geradeaus und anfänglich durch das Industriegebiet Zamoras aus der Stadt raus.

Relativ am Anfang war murz Pilgerauflauf. So viele Pilger hatte ich bisher noch nicht auf einmal gesehen. Der Franzose lief vor mir und fünf Radpilger haben uns überholt.

Spanien kann auch Prunkwinden.

Danach ging’s brav weiter geradeaus.

Kurz vor dem nächsten Ort stand irgendwo im Nirgendwo ein Schild mit der Telefonnummer eines Taxiunternehmens.

Nach vier Stunden war ich an meinem Ziel angelangt. Ich gönnte mir ein Bocadillo con tortilla und beschloss doch noch ein Stück zu laufen. Es war heute sehr windig und relativ kühl, da dachte ich nutze ich die Gunst der Stunde und mache Strecke.

Hier sollten überall die Ausläufer eines Stausees sein. Von Wasser ist jedoch weit und breit nichts zu sehen.

Die letzten Kilometer war es dann doch wärmer als gedacht und ich war froh am Zielort angekommen zu sein.

Zunächst war ich etwas geschockt, denn es gibt außer der Kirche nichts hier. Keine Bar, kein Supermarkt, kein Bäcker. Einfach gar nichts. Doch meine Herberge ist toll. Alkes ganz neu und jetzt kommt’s. Achtung. Mit Halbpension. Abends wird für alle, also mich, gekocht und dann gibt’s um 20 Uhr Abendessen.

Da wohl außer mir keiner mehr kommen wird, werde ich mit den zwei Freiwilligen, die die Herberge für zwei Wochen betreuen und einem befreundeten Paar, das zu Besuch ist, abendessen.

Zu früh gebloggt, es kam noch ein spanisches Paar um kurz nach acht und ein Portugiese um neun Uhr. War ein schöner Abend.

Selber zusammengesetztes Sandwicheis

Jetzt verstehe ich auch die Frage, die mir der Franzose gestern gestellt hatte, ob die nächste Herberge mit Essen sei. Das kommt jetzt wohl häufiger vor und entspricht der klassischen Pilgerherberge. So hab ich es mir zumindest heute erklären lassen.

Das Bild des Tages geht heute an die Zwerge und Schneewittchen aus einem Vorgarten, der voll mit Figuren war.

Villalazán – Zamora

24.08.2022

Gestern Abend musste ich leider ohne Essen ins Bett. Das Restaurant hat ausnahmsweise bereits um 18 Uhr geschlossen und ich hatte den Zettel nachmittags nicht beachtet. Naja, dementsprechend hatte ich Hunger und auch nur noch einen Liter Wasser, so dass ich möglichst schnell in den nächsten Ort kommen wollte, der nur knapp drei Kilometer entfernt war.

Dort hatte ich leider auch keinen Erfolg, denn hier gab’s nur eine Bar, die jedoch noch nicht geöffnet hatte. Kirche war natürlich vorhanden. Somit war meditatives Weiterlaufen angesagt. Ich weiß nicht ob’s am Hunger lag oder dass ich drei Liter Wasser weniger, also weniger Gepack, dabei hatte, doch meine Durchschnittsgeschwindigkeit hat sich deutlich erhöht.

Nach insgesamt zwei Stunden kam meine Rettung. Da gab’s dann Tostada, zwei Mal Tortilla und ein Muffin als Gruß der Küche.

Im Tante Emma Laden nebenan, war eher ein Tío José Laden, habe ich noch Wasser gekauft. Onkel Sepp hatte auch den ganzen Süßkram, den man stückweise kaufen kann.

Frisch gestärkt ging ich das letzte Stück an.

Das Schild hat mich heute motiviert. Denn in Zamora endet der Camino de Levante und geht in den Camino Via de la Plata über. Somit bin ich „hellblau“ ab Valencia gelaufen und ab Zamora geht’s auf dem unteren „braunen“ Camino weiter.

Die Herberge hier machte allerdings erst um 14 Uhr auf. So habe ich schon mal etwas Sightseeingtour mit Gepäck gemacht. Ohne Wasser wog es ja fast nichts.

Die Herberge ist toll. Wird von zwei Frauen betreut die von 14 – 22 Uhr da sind. Außer mir ist bisher ein Franzose angekommen, Platz hätten glaube ich 30 Pilger.

Hier eine Auswahl der Kirchen und sonstigen Eindrücke aus Zamora. In Zamora sind auch wieder viele Touristen unterwegs, auch wenn ich diese nicht mit auf den Bildern habe.

Und dann habe ich heute noch zeitgenössische Kunst von einem lokalen Bildhauer zu bieten. Es gibt ein Museum und im Park hinter der Kathedrale stehen ebenfalls einige seiner Skulpturen.

Bild des Tages ist der Deko Büchele Zamoras, alles was man zum Verkleiden und zur Party braucht.

Toro – Villalazán

23.08.2022

Toro hat durchgefeiert, so dass ich etwas von der Route abgewichen bin. Zwischen den Betrunkenen wollte ich nicht durch, auch wenn sie fröhlich singend durch die Straßen gezogen sind.

Zum Sonnenaufgang war ich bereits unten in der Douro Ebene, mit der Sonne im Rücken. Da hab ich direkt gemerkt, dass es gut war keine lange Etappe einzuplanen. Schon um acht Uhr hatte die Sonne ziemliche Kraft.

Nach gut der Hälfte der Strecke war wieder Straßenpilgern angesagt. Hier begegnete ich jedoch vielen Rennradfahren und wurde fleißig mit „buon camino“ angefeuert.

Dann kam eine Suchtbetreuungseinrichtung, ich hoffe sehr, dass weiter hinten noch ein schönes Gebäude kommt, oder die Einrichtung geschlossen ist.

Das letzte Stück lief ich parallel zum aktuell ungenutzten Bewässerungsgraben.

Einen Pilger, der nur mit Stock und sehr leichtem Gepäck unterwegs war, hab ich überholt. Er sagte mir wo Teresa wohnt, die den Schlüssel für die Herberge hat.

Sie redete wie ein Wasserfall und zeigte mir dabei mein zu Hause für eine Nacht. Top ausgestattet mit Waschmaschine, so dass ich gleich alles mal gewaschen habe. Im Gästebuch waren nur sechs Einträge für das komplette Jahr 2022 drin.

Die Betten sind auch mal was anderes. Ich hoffe ich muss mir keine Sorgen machen, dass ich nachts noch festgebunden werde und Teil eines Splatterfilms werde.

Heute ist definitiv ausruhen angesagt, denn in Villalazán mit seinen 240 Einwohnern gibt’s außer der Bar, die 100 Meter von mir entfernt ist, nichts zu tun.

Zum Mittagessen war ich dort und die Bude war gerammelt voll. Liegt wohl am tollen Essen. Hier meine Hauptspeise mit Besteck als Referenzobjekt daneben.

Bild des Tages: