Von Halji nach Fast-Tankchhe

Ich hatte selig geschlafen und als die Sonne über Halji strahlte waren ich die Strapazen des Vortages schon fast vergessen.

Halji
Yaks auf dem Weg zur Sommerweide

Startklar

Simone und ich waren noch kurz im Dorf und haben uns den kleinen Tempel dort angeschaut.

Der heutige Tag verlief dann so wie man sich eine Talwanderung am Fluss vorstellt. Ein Moderater, jedoch stetiger Anstieg mit traumhafter Landschaft.

Und dann kam das Örtchen Jang, wo wir mit einem tollen Dal Bhat beglückt würden.

Ortseingang Jang
Restaurant
Dal Bhat
Blick zurück auf Jang

Nach Jang öffnete sich das Tal und wir kamen über die ersten Yakweidegründe der Nomaden.

Grüne Wiesen

Nomadenzelte

Kurz vor Tankchhe stießen wir auf eine wunderschöne, kleine Ebene inkl. zweier Steinhütten und einer Wasserstelle. Somit beschlossen wir hier zu nächtigen. Es war der perfekte Platz.

Wasserstelle vor der Hütte

Für alle Landkartenfreunde:

Der Tag, der nicht enden wollte

Ich hatte mich auf einen Tag mit einer ca. 7 Std. Wanderung eingestellt, doch unsere Etappe nach Halji, die auf der Karte unscheinbar aussieht, entpuppte sich als Ultraetappe.

Aber erst mal von vorne. Aufwachen mitten in den Bergen ist toll und auch mein erstes Selbstverpflegungsfrühstück war sehr lecker.

Morgenstimmung

Porridge

Danach ging es durch tolle Landschaft bergauf, bergab, bergauf, bergab …

Wir kamen an einem Kloster vorbei, das in den Felsen gebaut war. Hierher flüchteten wohl tibetische Mönche während der Kulturrevolution.

Es kam ein Pass und unser erster Blick auf Limi Khola (Fluss).

Es ging weiter bergauf, bergab, bergauf, bergab … und endlich war ein Dorf in Sicht. Ich war überglücklich und habe mich bereits auf mein Essen dort gefreut.

Doch zu früh gefreut. Es handelte sich um den Ort Til und nach Halji waren es nochmal fast 3 Std. Unser Horseman, Simone und Monika war mit den Zelten weit vor uns, somit gab’s es nur eine Option: Weiterlaufen.

Zumindest ging es danach bergab und dann parallel zum Fluss leicht ansteigend nach Halji.

In Begleitung von einheimischen Trägerinnen kam ich kurz vor Einbruch der Dunkelheit dann an.

Simone und Monika hatten bereits unsere Zelte aufgebaut. Vielen Dank.

Jetzt gab es nur noch die Herausforderung den Benzinkocher zum Laufen zu bringen, um nicht hungrig ins Bett gehen zu müssen.

Hier hat unser Horseman, wie noch so einige Male im Limital, mit einer professionell gebauten Feuerstelle die Stimmung gerettet und uns mit heißem Wasser versorgt. Somit gab es für mich eine große Packung Kartoffelpüree und dann habe ich ganz schnell geschlafen.

PS: Dank Kerstins und Detlefs GPS-Uhren hier die genauen Etappendaten:

Strecke 31 km, Aufsteig 1.049 hm, Abstieg 1.211 hm

Von Stalagmiten und Stalaktiten

Bisher habe ich ja nur schöne Bilder hochgeladen, doch jetzt ist es an der Zeit auch der Realität ins Auge zu schauen. Deshalb ein kleiner Nachtrag zum Thema Toiletten, im speziellen zu chinesischen Toiletten mit „Kackamiten“.

Wem dieses Thema zu basal ist, oder wer keine unschönen Bilder im Kopf haben möchte, sollte jetzt aufhören weiter zu schauen.

STOP.

HALT.

Weiterlesen nur auf eigene Verantwortung.

Nepalesische Luxustoilette im Langtang
Freilufttoilette in Tibet, extrem sauber
Öffentliche Toilette auf freiem Feld
Der Blick nach innen
Guesthousetoilette
Schön bemalte Guesthousetoilette
Toilette am Kailash
Blick nach innen
Eingeschneite Toilette
Auch im Innenbereich verschneit

Entweder Ihr wisst was Stalagmiten sind, oder Ihr habt es inzwischen nachgearbeitet, so dass ich das Bild der „Kackamiten“ nicht zu posten brauche.

Zurück nach Nepal

Bevor es weiter Richtung Nepal ging, war ich noch kurz am See um die Morgenstimmung zu genießen.

Manasarovarsee beim Sonnenaufgang
Inderinnen, die sich mit dem heiligen Wasser des Sees waschen

Danach ging es mit unserem Kleinbus Richtung nepalesische Grenze.

Unser Bus war mit drei Kameras ausgestattet und wurde wohl mit GPS überwacht, zu unserer Sicherheit. Touristen dürfen in Tibet nur noch mit Guide und als Gruppe in den dafür vom Staat vorgesehenen Bussen unterwegs sein. Man muss sich strickt an den zuvor eingereichten Reiseplan halten. Des Weiteren dürfen Touristen nur in speziell zertifizierten Unterkünften übernachten.

So schön Tibet ist, doch fühlte ich mich durch diese Maßnahmen eingeschränkt und freute mich zurück nach Nepal zu kommen.

Vom See ging’s Richtung Purang, wo unser Gepäck vom Zoll kontrolliert wurde und danach zum Grenzübergang in Hilsa.

Ein paar Bilder von dem immer mehr chinesisch geprägten Tibet.

Chinesische Torböngen in jedem Ort
Chinesische Supermärkte

Aufforstungsprojekt mit Bauminfusion

Wir sind auf alle Fälle problemlos ausgereist, wurden in einem riesigen Gebäude abgefertigt und auf der nepalesischen Seite stand nur ein Beamter am Grenzzaun, der uns über die Brücke nach Hilsa schickte. Dort im Grenzbüro haben wir unseren Einreisestempel abgeholt.

Ich habe versucht das chinesische Grenzgebäude von Nepal aus zu fotografieren.

Links Hilsa, rechts im Hintergrund das chinesische Grenzgebäude
Grenzgebäude von oben

In Hilsa wurden wir erst mal anständig verpflegt, bevor es an den Aufstieg in Richtung Limital ging.

Unsere Köchin
Thukba
Limital ich komme

Ein Teil unseres Gepäcks wurde auf Maultiere geladen und dann hieß es bergauf bis zu unserem ersten „Campingplatz“.

Unser „Horseman“ mit Maultieren inkl. Gepäck
Blick auf Hilsa
Mein Zelt in den Bergen

Hier noch mein Trekking Permit:

Wer die Strecke der nächsten Tage genauer verfolgen möchte kann dies mit Hilfe der folgenden Karte.

Erste Etappe geschafft

Manasarovarsee

Unser Tag hier am See war sehr erholsam. Eine Wanderung am Ufer entlang, die Seele baumeln lassen und sich entspannen.

Ich bin bis zu einer Stupa gekommen, von der aus man den Kailash im Hintergrund nochmal sehen konnte.

In den Felsen am Wegesrand waren viele Meditationshöhlen oder -hütten gebaut.

Und die Wellen haben in Verbindung mit den kalten Temperaturen bizarre Eisgebilde geformt.

Das Kloster war leider geschlossen, aber unser Aufstieg wurde durch einen schönen Blick über den See und das Dorf belohnt.

Klosterberg
Chiu Gompa
Manasarovarsee von oben
Dorf unterhalb der Chiu Gompa

Kora vollendet

Am vierten Tag der Kora standen nur ca. 3 Std. bis zum Startpunkt Darchen an.

Blick zurück ins Tal
Yaks auf dem Weg nach Darchen

In Darchen haben wir nur unsere Sachen ins Auto geladen, ein paar Lebensmittel gekauft und lecker gegessen.

Ein letzter Blick auf den Kailash
Bratkartoffeln mit Gemüse

Nach unserer exquisiten Mahlzeit ging’s direkt zum Manasarovarsee.

Nach 4 Tagen Kora waren wir sehr froh, dass auch hier heiße Quellen uns zu einem Bad verhalfen.

Bad von außen
Innenraum mit den Einzelkabinen

Dolma La – der Pass

6 Uhr morgens und es ist noch dunkel. Wir starten mit Stirnlampen zum Passaufstieg. Oben am Pass soll viel Schnee liegen und je später man hochkommt, desto matschiger und schwieriger wird die Passüberquerung.

Langsam kommt die Sonne durch und bringt den Kailash zum Leuchten.

Erleuchtung

Es ist extrem kalt, so dass Finger und Füße eisig sind. Ich versuche möglichst zügig aufzusteigen, dass mir warm wird, aber in dieser Höhe geht alles etwas langsamer, also schwitzen ist erst mal nicht. Zumindest fühle ich mich heute gut und komme deutlicher schneller voran als am Vortag.

Der erste markante Punkt des Aufstiegs ist der Sterbeplatz. Hier sollte man seinen Ahnen danken, der zu früh verstorbenen gedenken und auch von sich etwas zurück lassen, so dass man in die danach kommende Zwischenwelt, also zwischen Tod und Neuanfang, eintreten kann.

Hier war mir so kalt, dass ich nachdem ich ein Fähnchen aufgehängt und versucht hatte eine Kerze anzuzünden, ganz schnell weiter bin.

Der nächste Streckenabschnitt nennt sich Bardo und ist das steilste Stück. Dieser sollte mit Gleichmut durchschritten werden. Hier kam gegen Ende die Sonne über den Berg und hat die letzten Höhenmeter deutlich erleichtert.

Aufstieg im Schnee

Oben am Pass angekommen geht es an den „Neuanfang“. Mit dem Aufhängen einer Gebetsfahne wünscht man allen Menschen in seinem Leben das Beste und natürlich zum Schluss auch allen Lebewesen dieser Erde. Mögen alle glücklich sein.

Fahnenmeers ist mit Schnee bedeckt

Ich habe mich ziemlich schnell an den Abstieg gemacht, da meine Füße nicht warm werden wollten. Die Ostseite war dann auch deutlich wärmer und so konnte ich bald eine Frühstückspause einlegen.

Der weitere Abstieg war relativ entspannt. An einem Teahouse gab’s noch was zu trinken. Danach zog sich der Weg zwar bis zur Zutrul Phug Gompa, aber es war entspanntes Wandern durchs Tal.

Bergab in Richtung Kloster
Vielen Dank Carolina

Im Kloster angekommen gab es nach viel Instantsuppen an den Vortagen richtiges Essen, Reis mit gebratenem Gemüse und davon eine doppelte Portion.

Zutrul Phug Gompa

Nordseite des Mt. Kailash

Ich war sehr froh, dass wir einen Ruhetag an der Drira Phug Gompa hatten. So hatte ich die Möglichkeit in Richtung Kailash aufzusteigen und mein Körper hatte einen Tag mehr Zeit sich mit der dünnen Luft anzufreunden.

Gefühlt habe ich pro Schritt fünf Atemzüge gemacht, aber ich wurde mit einem unglaublich schönen Anblick belohnt.

Aufstieg im Schnee
Dem Kailash so nah

Einige Bilder des Klosters, das ich ebenfalls bei strahlendem Sonnenschein besichtigt habe.

Kailash-Blick vom Kloster
Eingangstreppe des Klosters
Detailaufnahme
Gebets-/Meditationsraum

Blick vom Klosterdach

Für diese Nacht konnten wir dann ins Guesthouse umziehen, um am nächsten Morgen den Pass in Angriff zu nehmen.

Unser Zimmer
Gute Nacht!

Kora

Mt. Kailash ist sowohl für Buddhisten als auch für Hindus heilig. Daher habe ich auf dem Pilgerweg um den Kailash sehr viele Tibeter und Inder getroffen.

Um die Strecke und die Etappen zu sehen erst mal eine Karte für den Überblick.

Wir sind morgens zeitig gestartet, so dass wir Etappe 1 bis zur Drira Phug Gompa entspannt schaffen.

Der eigentliche Startpunkt kommt ca. 1 Std. nach Darchen. Hier bittet man um eine erfolgreiche Kora.

Blick ins Tal
Mt. Kailash im Hintergrund

Von hier aus geht es weiter zum Tarboche, einer Art Gebetsfahnenbaum, der jedes Jahr im Rahmen eines großen Festes zum Vollmond des vierten Mondmonates des tibetischen Kalenders neu aufgestellt wird.

Tarboche

Kurz danach kommt der Chorten Kangnyi, durch den man durchläuft und etwas von sich zurück lassen sollte. Hier sollen einem alle Süden vergeben werden und man kann voller Neugier weiterschreiten.

Chorten Kangnyi mit vielen Indern, die bis hierher mit dem Bus gefahren werden

Es geht weiter durch das Tal der Götter, wo zunächst ein paar sehr neugierige Murmeltiere auf mich warteten.

Murmeltiere …
… und das Pferd schaut zu.

Der weitere Aufstieg zur Drira Phug Gompa fiel mir sehr schwer, da trotz vieler Tage Höhenanpassung mein Körper noch nicht so recht auf fast 5.000 m wollte.

Hier ein paar Eindrücke des noch moderaten Aufstiegs.

Tibetische Pilger
Transportyaks

Auf diesem Abschnitt kommt man an der „wunscherfüllenden“ Seite des Mt. Kailash vorbei. Hier habe ich meine ersten Gebetsfahnen aufgehängt.

Das Wetter wurde immer schlechter und zwischenzeitlich hat es auch mal geschneit. Der Wind kam glücklicherweise von hinten und schob mich leicht an.

Drira Phug Gompa

Mit Unterkunft und Essen sah es etwas schwierig aus, da sehr viele indische Gruppen unterwegs waren. Dank unseres Guides kamen wir dann im Kloster unter. Zu Essen gab’s chinesische Instantsuppe.

Lecker? Eher nicht!

Letzte Vorbereitungen

Der letzte Tag vor der Kora. Wir haben in Moincer noch eine kleine Wanderung gemacht, damit wir uns weiter gut an die Höhe anpassen.

Blick auf Moincer

In Darchen, wo der Startpunkt der Kora liegt, hat China auch Einzug gehalten.

Zufahrtsstraße nach Darchen

Was das Pilger- und Wanderherz begehrt kann hier allerdings noch gekauft werden und somit haben wir uns mit ein paar Vorräten eingedeckt.

Geschäfte …
… über Geschäfte
… über Geschäfte

Abends gab’s noch eine leckere Thukpa (Nudelsuppe) und Monika hat und eine leckere Flasche Wein spendiert. Danke.

Drink local

Mein Ticket