Chinchilla de Monte-Aragón – Albacete

01.08.2022

Die Wegstrecke nach Albacete ist mit 17 km sehr kurz, aber die Ortschaften liegen hier nicht so eng zusammen, d.h. die nächste Übernachtungsmöglichkeit käme erst 20 km weiter. Da meine Füße lädiert sind, bin ich ganz froh, dass es ein entspannter Tag wird.

Ich bin kurz vor Sonnenaufgang gestartet und durch den noch verschlafen Ort gegangen.

Hier hängt gefühlt überall Weihnachtsdekoration. Es ist allerdings aktuell in der Ferienzeit, die Zeit der Fiestas und deshalb sind viele Ortschaften besonders festlich geschmückt.

Wenn ich der Etappe einen Titel geben müsste, dann wäre es glaube ich Industrieromantik.

Die Geraden sind die geradesten Geraden, die ich bisher hatte und schon fast vom Startpunkt aus konnte ich Albacete sehen.

Albacete ist Provinzhauptstadt und mit ca. 170.000 Einwohnern, die mit Abstand größte Stadt, durch die ich bisher kam. Somit waren die Bezirke, die ich anfangs passierte auch eher unattraktiv, doch das Zentrum ist mal wieder sehr schön.

Eine Galerie fast wie in Mailand.

Albacete ist für seine Messer bekannt, wieso es auch ein Messer- und Taschenmessermuseum gibt. Wenn ich mir ein Messer hätte kaufen wollen, wäre dies kein Problem gewesen. Ich habe noch nie so viele Messergeschäfte in einer Stadt gesehen.

Meine Unterkunft war auch etwas ganz besonderes. Guido, der für die Wohnungen verantwortlich ist, ist Künstler. Er hat das Gebäude von außen schon superschön gestaltet und es hängt wohl auch in jeder Wohnung ein Gemälde von ihm. Ich hab mich hier sehr wohl gefühlt.

Als Bilder des Tages gibt’s ein paar Graffitis aus Albacete:

Higueruela – Chinchilla de Monte-Aragón

31.07.2022

Mit neuster Blasenpflasterklebetechnik ging‘s am nächsten Morgen weiter. Zuerst Compeed und dann das Ganze mit Tape absichern, denn ansonsten verschmilzt bei diesen Temperaturen das Pflaster mit der Socke. Wie auch immer, es hat super funktioniert und so gut ging‘s meinen Füßen schon lange nicht mehr.

Ich bin im Dunkeln gestartet und bis zum ersten kleinen Ort einfach auf der Straße gelaufen, da der Camino immer nur geringfügig daneben verlief. Ich war mir auch nicht sicher wie meine Füße durchhalten, daher beschloss ich, dass ein guter Untergrund die ersten Kilometer nicht schaden könnte.

Canales kam nach 10 Kilometern und da ich um 5 Uhr los bin, war noch niemand auf der Straße unterwegs und auch ein süßes Stückchen war nicht zu ergattern.

Kirche Canales

Danach ging es durch abgeerntete Felder und die Geraden wurden länger.

Mein Zielort, Chinchilla de Monte-Aragón, klingt wie ein mystischer Ort aus Herr der Ringe oder doch eher ein exotisches Kuscheltier. Also was es mit dem Chinchilla auf sich hat habe ich nicht rausgefunden.

Der Ort ist zweigeteilt, Altstadt oben am Berg und unten das modernere Chinchilla mit Hotels und Restaurants, denn die Autobahn verläuft direkt daneben. Hier hab ich mich in ein Truckerhotel eingebucht.

Nach einer kalten Dusche und einem Nickerchen trieb mich mein Hunger den Berg hoch. Hätte zwar direkt vor Ort essen können, aber irgendwie wusste ich, dass wenn ich nicht jetzt den Anstieg zur Altstadt mache, dann mach ich es gar nicht mehr.

Es ist ein zauberhaftes Örtchen und auf der Plaza Mayor gab‘s dann ein paar Kleinigkeiten für mein Wohlbefinden.

Das Bild des Tages ist den Schwalben gewidmet, die mich hier täglich begleiten:

Alpera – Higueruela

30.07.2022

Ich hoffe Ihr habt alle gut aufgepasst, denn wir kommen heute wieder da vorbei, wo ich vor dem Ruhetag vom eigentlichen Jakobsweg abgezweigt war. Wiedererkannt?

Ich bin heute nicht so früh gestartet, da ich später als normalerweise ins Bett bin und die Strecke machbar erschien.

Es geht weiter leicht bergauf, aber so dass ich es kaum merke.

Die Geraden werden immer länger und Schatten ist kaum noch zu finden. Meine Pause mache ich im Schutz eines etwas größeren Strommastens.

Dann kam ich auf eine frisch geteerte Straße, die anscheinend die Trainingsstrecke aller Radfahrer der Region ist. So viele Menschen habe ich noch auf keiner Strecke getroffen. Sie sind zwar alle vorbeigedüst, jedoch nicht ohne mir ein freundliches „buen camino“ hinterherzurufen.

An diesem Tag war ich so müde, dass ich tatsächlich ein Nickerchen unter einem Baum gemacht habe. Das gab mir dann auch die Energie für die finalen Kilometer.

Higueruela ist ein Ort mit ca. 500 Einwohnern, liegt auf gut 1.000 ü.NN und ich empfand es als einen ganz tristen Ort. Nur geschlossene Geschäfte, gut es war Sonntag, aber irgendwas hatte sonst immer auf. Es gab drei Restaurants, eine Bar und kaum Menschen auf der Straße. Zumindest wurde ich von einem Regenbogen begrüßt.

Ansonsten entsprach meine Wahrnehmung eher diesem Bild. Wer weiß, vielleicht lag es auch daran, dass dies blasentechnisch mein bisheriger Tiefpunkt war und ich gelegentlich zweifelte, ob ich überhaupt weiterlaufen könnte.

Auch meine Unterbringung hat zur Tristesse des Tages beigetragen. Auch sie war das Lowlight der bisherigen Unterkünfte.

Nach einem Mittagessen und einer langen Siesta, bin noch zur Kirche und auf den höchsten Punkt von Higueruela. Das hat mich dann ein wenig versöhnt und mir den Weg für den nächsten Tag gezeigt.

Das Bild des Tages ist heute speziell für alle Katzenliebhaber*innen:

Ruhetag

29.07.2022

Meine Blasen wurden immer dicker und mehr, meine Füße taten weh und so habe ich beschlossen am siebten Tag zu ruhen. Naja nicht zu viel ruhen, aber ausschlafen und dann schauen was es in der Gegend so spannendes gibt.

Alpera hat eine Schneekugel, Pozo de Nieve. Sehr spannendes Bauwerk, das aktuell renoviert wird, denn Innen ist es total zugemüllt. Äußerlich jedoch bestens erhalten.

Dann war ich noch im Nachbarort, Ayora, der sich gerade auf den Stierlauf vorbereitet. Ich dachte immer, den gäbe es nur in Pamplona, doch das ist nur der berühmteste Stierlauf, von dem man einfach am meisten in den Medien hört. Es werden Gittertüren und Tribünen aufgebaut, dass die Stiere nur einen bestimmten Weg laufen können. Das Wichtigste ist aber wohl das Essen und die Unterhaltung auf der Tribüne. Also die Fiesta und die Gespräche mit Freunden und Familie.

Hier hab ich mir dann ein Deluxe Mittagsmenü gegönnt. Ich fand das war schon fast Sterneniveau.

In Ayora gibt es ein inoffizielles Freibad, ein Bewässerungssammelbecken, durch das ständig kühles Wasser fließt. Eigentlich ist dort schwimmen verboten, aber die ganze Dorfjugend war dort, ein paar Sportschwimmer, die ihre Bahnen zogen und einige Senioren, die sich unterhielten. Für mich war es eine super Erfrischung und viel schöner als das gechlorte Freibad.

Jetzt fehlt noch das Bild des Tages:

Tribüne für den Stierlauf. Unten kann man zwischen den Gitterstäben durch, um mit den Stieren zu rennen, oben sitzt man, isst, unterhält sich, oder schaut dem Treiben zu.

Almansa – Alpera

28.07.2022

Sor Maria, die Nonne, die sich um die Pilger kümmert, hatte wie versprochen vor 5 Uhr die Tür aufgeschlossen, somit stand einem frühen Start nichts im Weg.

Ich hatte mich heute auf lange Geraden eingestellt, die zwar kamen, aber mit unerwartet tollen Ausblicken.

Zunächst lang mein Weg allerdings so sehr im morgendlichen Nebel, dass ich gar nicht sah wie lang die Gerade sein könnte.

Als die Sonne stärker durchbrach öffnete sich der Nebel. Der Tafelberg, der westlichen von Almansa liegt, tauchte plötzlich vor mir auf. Ich dachte schon ich wäre bereits dran vorbei.

Und hinter mir ging die Sonne auf.

Da beschloss ich Frühstückspause zu machen, obwohl ich meistens versuche gut 3 Stunden zu laufen, um die „kühlen“ Stunden gut zu nutzen. Heute war es sogar so frisch, dass ich in der Sonne saß und nicht das Gefühl hatte schnell in den Schatten zu müssen.

Hinterm Tafelberg ging‘s wieder runter. Hier war noch der Morgennebel und auch der Schatten des Berges trug dazu bei, dass ich bis 10 Uhr bei sehr angenehmen Temperaturen unterwegs war. Richtig toll.

Die Sonne setze sich natürlich durch, doch da war ich schon fast an meinem Zielort.

Ich musste mich heute entscheiden, ob ich eine Megaetappe von 38 km ohne Verpflegungsmöglichkeit laufe, oder den Umweg nach Alpera und damit die Etappe in zwei Teilstücke aufzuteilen.

Die Entscheidung hatte ich natürlich gestern schon getroffen, denn so viel Wasser hätte ich gar nicht schleppen können, wie ich gebraucht hätte. Somit bin ich hier rechts abgebogen und werde aber hierher zurück kommen, um wieder auf dem offiziellen Camino weiterzulaufen.

Alpera hat mich freundlich empfangen und wieder ein ganzes Haus zur Verfügung gestellt. Nicht ganz so gut ausgestattet wie in Moixent, aber ich schlafe hier ja nur. Ach und ich bin wieder alleine hier. Der letzte Eintrag im Gästebuch ist von Juni, in Moixent immerhin vom 24.07.2022.

Ich hatte wieder mal eine ganze Wohnung für mich alleine, einen Balkon zum Wäschetrocknen und ein Fitnessstudio.

Mein Fitnessstudio

Font de la Figuera – Almansa

27.07.2022

Ich starte natürlich mit dem üblichen. Die Beleuchtung war nach 500 m nicht mehr vorhanden.

Die erste Stunde war ich also mit Stirnlampe unterwegs und für die Taucher unter Euch, ich empfand es wie einen Nachttauchgang. Man sieht meist von den Tieren erst nur die Augen, wenn man dann genauer hinschaut erkennt man was es ist.

In den Mauern finden sich Spinnen und Käfer, eine Katze lag am Wegesrand, doch mein Favorit war eine kleine Eule. Ich habe nur ihre Augen gesehen, doch wie sie den Kopf gedreht hat muss es eine Eule gewesen sein.

Hier die erste Gerade des Tages, denn ich bin von der Provinz Valencia heute in die Comunidad Autónoma de Castilla-La Mancha gelaufen und man sagte mir schon, dass es hier sehr karg und öde wäre. Ich dachte das wäre dann erst morgen der Fall, aber nein, heute war der erste Tag der Geraden.

Hier nur eine kleine Auswahl.

Ein großes Beschilderungshighlight fand ich, als der Camino eine Autobahnauf- und -abfahrt nutzte. Erst mal tolle Schilder in riesiger Anzahl für die Pilger, dass sie den richtigen Weg finden. Dann ein „Achtung Pilger queren“ Schild für die Autofahrer. Leider war das Schild zu weit weg, als dass man auf dem Bild was erkennen könnte. Kam mir vor wie „Achtung Wildwechsel“, als ob ein Pilger plötzlich auf die Straße gerannt käme. Ein Schild für „Achtung Fußgängerüberweg“ hätte genügt.

Almansa sah ich schon aus 10 km Entfernung. Auch hier hätte ich eine Bilderreihe von mindestens 10 Werken anzubieten, doch ich beschränke mich auf das erste, sowie das letzte Bild und was kleines Hübsches dazwischen.

Almansa hat etwa 25.000 Einwohner, ist aber dennoch eher verschlafen, mindest was ich sah. Die Sehenswürdigkeiten sind die Burg, das Rathaus und … was wohl? Genau. Die Kirche.

Meine Pilgerherberge ist heute sehr speziell. Sie befindet sich in einem Nonnenkonvent. Tolles Zimmer mit eigenem Bad, aber um wieder ins Haus zu kommen muss ich jedes Mal klingeln.

Eingangsbereich
Mein Zimmer

Essen spielt bei mir ja immer eine große Rolle, daher heute noch eine Bilderreihe meines Mittagstisches:

1. Gang plus Aioli mit Brot
2. Gang
3. Gang
Nachspeise

Danach musste ich erst mal Siesta machen. Natürlich wegen des Laufens und nicht wegen des Essens.

Eigentlich wollte ich danach noch ins Freibad, das wieder nur ein paar hundert Meter entfernt ist, aber da kam ein Gewitter auf und es regnet seit einer Stunde. Womit wir direkt zum Abschluss kommen. Dem …

Bild des Tages:

Regen in España. Ach in dem Restaurant hab ich gegessen, direkt gegenüber des Konvents.

Moixent – Fuente de la Figuera

26.07.2022

Die heutige Etappe war deutlich kurzer als die Tage zuvor und das war auch gut so. Meine Füße danken es mir, auch wenn ich nun doch noch Blasen bekommen habe.

Trotz entspannter Etappelänge bin ich früh los. Man soll ja mit guten Gewohnheiten bekanntlich nicht aufhören. Damit bleib ich auch im Rhythmus und die Morgenstunden gefallen mir sehr gut. Da es nach Moixent direkt durch den Wald ging, war es mir im Dunkeln schon etwas mulmig. Doch es roch ganz hervorragend nach Nadelbäumen und der steile Anstieg hat mich schnell abgelenkt.

Heute war der Tag der Ausblicke, das habe ich die ersten Tage etwas vermisst. Ich befinde mich inzwischen auf gut 550 m und es wird immer hügeliger.

Es sah heute sogar kurz nach Regen aus. Und laut des Polizisten, der mir den Schlüssel für meine Unterkunft gab, hatte es gestern hier einen warmen Sommerschauer gegeben.

Je höher ich kam, desto mehr Olivenbäume und Weinreben waren zu sehen. Es wird wohl auch einiges an Getreide und Sonnenblumen angebaut.

Meinen Zielort sah ich schon sehr früh. Er liegt sehr malerisch am Hang.

Fuente de la Figuera

Der Ort ist der Hammer. 2.100 Einwohner und es gibt irgendwie alles. Kirche und Marktplatz, klar, aber außerdem gibt’s ein Theater, viele Bars und Restaurants, Innenausstatter, Restaurateur für Antiquitäten, Sporthalle, Tennis-, Fußball- und Basketballplatz, Freibad und im Minisupermarkt eine Fischtheke. Ich fand das echt beeindruckend.

Jetzt aber erst mal zu meiner Unterkunft. Heute habe ich ein Haus, mit Küche, Bad und Terrasse.

Ist immer noch sehr einfach, aber ich empfinde es trotzdem voll als den Luxus, dass die Stadt für die „Peregrinos del Camino“ ein Haus gebaut haben.

Mein Haus
Meine Terrasse
Meine Waschmaschine

Direkt nebenan ist ein Waschhaus aus dem 18. Jahrhundert, das immer noch aktiv genutzt wird. Als ich ankam, hat eine Frau gerade ihre Wäsche gewaschen. Ich später auch.

Zum Mittagessen war ich mit den Senioren in einer Bar, allerdings verstanden hab ich nix. Sprechen alle Valenciano, lesen geht, aber gesprochen verstehe ich nur Bruchstücke.

Also neben Mittagessen, Wäsche waschen, Einkaufen für die morgige Etappe (keine Einkehrmöglichkeit auf der kompletten Strecke) und Nickerchen, habe ich mir abends noch einen Freibadbesuch gegönnt.

Zum Erfrischen bin ich 150 m geschwommen. Wäre gern noch weitergeschwommen, aber ohne Schwimmbrille sehen meine Augen ganz schnell aus wie die eines Zwerghasen und brennen.

Inzwischen ist es hier bedeckt, ein kühles Lüftchen weht, sogar ein paar Regentopfen fallen und ich schaue dem Treiben der Kinder im Pool zu.

Gleich gibt’s noch Abendessen in der Bar des Freibads und ein Bierchen mit Chips auf meiner Terrasse in meinem Haus. Vielleicht sollte ich hier bleiben und die Pilgerherberge verwalten. Wobei, dann hat der Dorfpolizist nix mehr zu tun.

Bild des Tages:

Xátiva – Moixent

25.07.2022

Nach meiner langen Etappe gestern wollte ich heute morgen nicht wirklich los. Nachdem ich mich abends noch gut fühlte, tat heute morgen alles weh. Aber die drohende Hitze hat mich motiviert und kurz nach 5 Uhr ging’s wieder los.

Heute brauchte ich die Stirnlampe kaum, da der Anfang der Strecke meist eine beleuchtete Verbindung kleiner Ortsteile war.

Der Tau hing in den Blättern und sah aus wie Raureif.

So langsam kam ich dann auch in Fahrt und die Sonne stieg hinter den Hügeln auf. Ihr wisst schon was ich meine, ist natürlich wissenschaftlich nicht korrekt, klingt aber schöner.

Generell wurde es heute hügeliger und nach einem Schlenker eher Richtung Süden, dreht der Camino nun gegen Westen.

Oragenplantagen gehen in Olivenhaine über und parallel zu einem kleinen Fluss und der Bahnlinie kam ich Moixent immer näher.

Ich hab mich heute leider schon wieder um 3 km verlaufen. Dieses Mal gab’s kein Schild und ich dachte einfach den Anstieg nehm ich noch und dann mache ich Pause. Ärgerlich.

In Moixent bin ich dann direkt zur Policia, denn da gibt’s den Schlüssel für die Pilgerunterkunft.

Dieses Mal etwas einfacher, aber ich bin wieder alleine hier und kühle ab.

Nach einem Nickerchen gab’s dann noch spanischen Mittagstisch mit großem Elektrolytgetränk.

Um 21 Uhr bin ich dann doch nochmal vor die Tür und es hatte frostige 28 Grad. Toll!

Moixent hat kleine Gässchen und natürlich die obligatorische Kirche.

Bild des Tages sind heute Bilder, zwei an der Zahl:

Kindheitserinnerungen
Man beachte die Wolke rechts oben.

Algemesí – Xátiva

24.07.2022

Nachdem die Hitze gestern gegen Mittag immer extremer wurde hatte ich für mich beschlossen um 5 Uhr zu starten und von der frischen und vor allem kühlen Morgenluft zu profitieren.

Da der Sonnenaufgang hier erst kurz vor 7 Uhr ist, hat mir die Stirnlampe meiner Schwester gute Dienste geleistet. Danke.

Im Scheinwerferlicht sieht man dann auch, dass die Luftfeuchtigkeit extrem hoch ist. Fast wie Nebel. Zum Glück, denn gestern war mein Hemd zum Auswringen nass und ich dachte schon das sei alles mein Schweiß. Sorry for sharing. Es war heute morgen gefühlt so kühl, dass es mich wirklich etwas gefroren hat.

Bis etwa 9 Uhr blieb es bedeckt und kühl, danach wurde es langsam wärmer.

Doch bis 10:30 hatte ich schon gut Strecke gemacht und war ganz zuversichtlich, dass ich als früher Vogel der Mittagshitze entkommen werde.

Ich habe mein Styling heute noch um ein feuchtes Kühltuch erweitert, das natürlich normalerweise keck im Wind weht. Danke an WIR3+1.

Nach meiner Pause in Manuel bei kühler Cola, Entschuldigung Pepsi war ich für die letzen 11 km motiviert.

Durch wunderschöne Orangenhaine und wilde Mülldeponien ging‘s zügig Richtung Xátiva.

Der Sperrmüll wird hier hoffentlich noch abgeholt.

Doch dann lief ich vor lauter Euphorie, den Zielort schon vor Augen, falsch. Somit bin ich ein ganzes Stück zu viel gelaufen, es war eh schon weiter als angeben und bei der Mittagshitze wurde ich immer langsamer. Doch ich hab’s geschafft und bin direkt ins erste Restaurant zum Mittagsmenü.

Heute bin ich in einer Pension mit Klimaanlage und die 29 Grad, auf die sie eingestellt ist, sind Erfrischung für meinen Körper und meine Seele.

Gegen 21 Uhr hab ich mich dann nochmal rausgetraut, so wie die Senioren …

… habe noch eine Kleinigkeit gegessen und das sehr hübsche Örtchen besichtigt.

Es hätte auch noch ein Schloss zu bewundern gegeben, aber das wären nochmal in Summe 3 km und 130 hm gewesen und das war mir dann einfach zu viel. Hier wäre es hoch gegangen.

Bild des Tages:

Camino de Levante – das Abenteuer startet

Valencia – Silla – Algemesí 23.07.2022

Ciutat de les Arts i les Ciències

Valencia ist eine zauberhafte, sehr entspannte und radfreundliche Stadt. Nach zwei Wochen Sprachkurs hier, Sightseeing und Strand startet jetzt allerdings das Abenteuer „Jakobsweg“.

Pilgerausweis

Um nicht durch Valencias Industriegebiet laufen zu müssen, bin der Empfehlung der Amigos del Camino de Levante gefolgt und habe die ersten 15 km mit der Bahn um 6:05 Uhr zurückgelegt.

Estación de Norte

Der Camino ist außerhalb der Ortschaften gut ausgeschilder, aber um einfach durch die Ortschaften und Städte zu kommen, bin ich sehr froh, dass ich die GPS Tracks auf dem Handy habe.

Die Muschel weist den Weg

Meine erste Etappe war auf dem freien Feld, zuerst durch Reisfelder, meine ich zumindest und dann durch Obstplantagen.

Für die letzten Kilometer hatte ich dann fast zu wenig Wasser, da es immer heißer wurde. Doch ich hab‘s bis 12 Uhr nach Algemesí geschafft und bin in meiner ersten Albergue de Pelegrino abgestiegen. Tolles Zimmer, eigentlich für 6 Personen, aber ich war alleine dort. Küche und Bad gab’s auch, nur keine Klimaanlage.

Gegen 20 Uhr hab ich mich dann nochmal raus getraut und bin durch die Altstadt gelaufen und hab mir was leckeres zum Abendessen gegönnt.

Sonst hatte ich ja immer noch die Kategorie Bild des Tages. Ich glaube das versuche ich wieder: